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News / Events / Aktuell
VINITERRA 2 - Begrüssung zum Auftakt am 21. August
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Gäste
Herzlich willkommen zum Auftakt von Viniterra 2, dem Landartprojekt Vocis terra - Klang der Landschaft - von Ueli Studer
Es gibt zahlreiche positive Aspekte und viele gute Gründe, die uns heute hier zusammen führen. Nicht zuletzt auch ein grosses Dankeschön an alle diejenigen, welche das heutige Landartprojekt ermöglicht haben.
Da war Viniterra 1, das Landartprojekt von Ueli Studer, das unsere Gegend in der Karfreitagnacht im Jahre 2000 so nachhaltig geprägt hat und heute noch in aller Erinnerung ist.
Da ist die damals gegründete Chaîne Viniterra, die mit nunmehr über 800 Stockbesitzern das Pfropfhüsli gerettet und einer der Gegend dienenden Funktion, der Vinothek Viniterra, zugeführt hat.
Da war die Initiative der Chaîne, welche das Patronat übernommen hat für eine Art Revival von Viniterra im Jubiläumsjahr 2010 und verschiedene Tests ermöglicht hat.
Und da sind natürlich unser Landartkünstler Ueli Studer mit seiner Gattin und Projektpartnerin Alexandra Melar. Sie haben sich vor 3 Jahren bereit erklärt, sich wieder bei uns am See zu engagieren. Sie haben Ideen entwickelt und getestet. Sie haben das Projekt Vocis terra vorangetrieben und verfeinert. Sie haben verschiedene Klang-Meister und Klang-Akteure gesucht, gefunden, trainiert und begeistert. Wir sind stolz und dankbar, sie für diese exklusive und wohl einzigartige fruchtbare Zusammenarbeit gewonnen zu haben.
Da ist auch das bewährte OK von dazumal, das dem Künstler Ueli Studer den Rücken für seine kreative Arbeit frei gehalten hat, das die Erfahrungen von 2000 und nötige Verbesserungen eingebracht hat. Herzlichen Dank an Marianne Bigler, Margrit Bohnenblust, Danièle Hubacher, Monika Guggisberg, Anne-Claire Schott, Johannes Louis, Peter Schott sowie meiner Co-Präsidentin Alexandra Melar Studer.
Unser ambitiöses Projekt hätte nicht realisiert werden können, ohne die Unterstützung und das Engagement unserer Sponsoren und Gönner.
Nach der Chaîne, dem Bielersee Tourismus Twann-Ligerz-Tüscherz und dem Verlagshaus Gassmann dürfen wir insbesondere die Raiffeisen Banken Seeland, Bielersee und Chasseral nennen.
Weiter möchten wir die Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar, die Lotterifond des Kt. Solothurn, die Stiftung Netzwerk Bielersee, die Lukas Bruderschaft Solothurn, die Däster-Stiftung Grenchen, das Glasunternehmen Univerre ProUva, die Nidauer Anzeiger Genossenschaft, die Burgergemeinde Bern und das Bieler Bauunternehmen Hirt AG erwähnen.
Besonders auch die spürbare Verankerung, im regionalen und lokalen Gewerbe- und Gastrobereich – wie im Prospekt und auf der Homepage aufgeführt – hat uns in unserer Arbeit entscheidend gestärkt.
Willkommen sind uns die Dienstleistungspartner BSG, SBB, VB Biel, Funicar und Vinifuni Ligerz, die den Besuchern mit dem erweiterten öffentlichen Verkehr eine dem Projekt entsprechende saubere Transportmöglichkeit bieten. Auch den Gastrobetrieben und Winzern von Vingelz bis Schafis, die ihre Lokale für die Besucher offen haben werden, tragen ihren Anteil bei. Sehr wertvoll sind uns die Hilfestellungen der Gemeinden Twann-Tüscherz und Ligerz im Sinne der öffentlichen Sicherheit.
Grosse Anerkennung werden sich heute Abend die rund 250 Akteure in den Klangarealen und die rund 100 Helfer rund um den mit Wachslichtern beleuchteten Rebenweg verdienen.
Meine Damen und Herren, es ist mir eine grosse Freude, nun unserem beliebten Landartkünstler Ueli Studer das Wort zu erteilen. Er wird Ihnen sein Projekt in der im eigenen enthusiastischen Art vorstellen.
Projektvorstellung Ueli Studer
Ganz herzlichen Dank lieber Ueli und liebe Alexandra – wir spüren täglich, und so auch heute, euer herzliches Engagement für die Kunst und eure Liebe zur Landschaft hier am See.
Sehr verehrte Gäste
Es ist mir nun eine Ehre, Ihnen eine Persönlichkeit ansagen zu dürfen, die es wie keine andere versteht, einen einzigartigen Anlass wie den heutigen, mit den ihm würdigen Worten zu eröffnen.
Zum Auftakt von Vocos terra spricht nun Pfarrer Andreas Urweider
Vielen Dank Herr Pfarrer Urweider
Vocis terra wird mit Ihrem Segen nun bestens gelingen
und unsere Landschaft zum Erklingen bringen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren
Im Namen der OK und des Künstlerpaares danke ich ihnen herzlich für Ihre Aufwartung des Auftakts zu Vocis terra.
Auf Wiedersehen irgendwo auf dem Weg von einem Klangareal von Vocis terra zum anderen. Herzlichen Dank und viel Vergnügen.
Urs Feitknecht, Co-Präsident Viniterra 2
Landartprojekt Viniterra 2 - Klang der Landschaft - am 21./22. August
Die Prospekte mit allen Detzails sind unterwegs zu Ihnen!
Liebe StockbesitzerInnen der Chaîne Viniterra Bielersee,
wie am Stockschneiden präsentiert, wird das Folgeprojekt von Viniterra 1 im Jahre 2000 vorallem auch als Sommeranlass für Sie realisiert!
Bitte informieren Sie sich auf www.viniterra.ch
Wir würden uns sehr freuen, möglichst viele von Ihnen auf dem beleuchteten Rebenweg zu begegnen, wo Sie den Klang der Landsschaft von Ueli Studer und den rund 300 Akteuren lauschen werden. Und natürlich auch in unserem Pfropfhüsli...
Viel Vergnügen und bis bald!
Urs Feitknecht - August 2010
Jubiläums-Stockschneiden 2010 - 10 Jahre Viniterra und 10 Jahre Chaîne Viniterra Bielersee
Weit über 500 Stockbesitzerinnen und Stockbesitzer haben uns zum Jubiläum mit ihrem Besuch am Stockschneiden beehrt. Bei bester Laune wurde geschnitten, gefachsimpelt und geprostet. Interessiert wurden die Darbietungen im Saal mit Präsentation des kommenden Landartprojektes Viniterra 2 von Ueli Studer verfolgt. Und applaudiert wurde der Jubiläumsasprache von Ulrich Knellwolf, umrahmt von den Fanfaren vom Team Merazzi.
Just nach dem Dislozieren in die Keller der Winzerpaten setzte der für die Reben erwartete Frühlngregen ein.
Hier für Sie die beiden Jubiläumsansprachen:
Urs Feitknecht, Präsident Chaîne Viniterra Bielersee
Liebe Chaîne-Familie
Es scheint mir, als wäre es gestern gewesen, als eine kleine Schar von 25 Aufrechten das erst Stockschneiden erlebte. Aber es sind schon 10 Jahre her, seit mit Viniterra ein enormer Ruck durch die Rebbauregion Bielersee gegangen ist. Der Haare auf meinem Kopf sind weniger und deren Farbe auch grauer geworden. Nein, nicht etwa wegen Viniterra und dem was alles daraus geworden ist, denn dies hat mir viel Spass gemacht und tut es speziell auch heute noch.
Während der Planung des Landartprojekt Viniterra unter der Leitung von Ueli Studer diente das alte, baufällige Pfropfhüsli die letzten zwei Jahre vor dem Milleniumwechsel als Zentrum der Vorbereitungen.
Der traurige Anblick und die historische Bedeutung für den hiesigen Rebbau liessen mir damals keine Ruhe. Die Rebgesellschaft hat kein Interesse für eine Investition, denn sie war noch dabei, die Sanierung des Haus des Bielersee Weines zu verkraften. Also machten wir uns daran, Rebe und Pfropfhüsli im Baurecht zu erwerben.
Die Idee, die Rebstöcke für die Beschaffung von Startfinanzen einzusetzen, schien symbolisch und ideell Anklang zu finden. Rasch war eine Gruppe von Idealisten um mich, mit dem Ziel als Vorstand eines zu gründenden Vereins zu agieren. Heinz Teutsch, Stephan Martin, Peter Jaberg und Hermann Klötzli sind heute noch dabei. Renate Scheidegger hat nach 5 Jahren Fred Perrinjaquet sowie Elisabeth Aellen hat Andreas Fiechter ersetzt.
Das Formulieren der Projektzielsetzungen und der Vereinsstatuten waren die eine, der Gründungstermin und der Name des Vereins die andere Aufgabe.
So kamen wir zum Schluss, den Verein Chaîne Viniterra Bielersee zu taufen und diesen in der Viniterra-Nacht auf dem Schiff zu gründen. Dies unter gütigem Schutz des Wettergottes in der Karfreitag-Nacht 2000 und mit meisterhafter Mithilfe des Hauptredners Pfarrer Ulrich Knellwolf und der Fanfaren mit Silvio Merazzi.
Das Überraschungsraunen der Gäste auf dem Schiff, als man beim Eindunkeln das Aufleuchten der 25 000 Kerzen entlang der Rebmauern zuerst erahnen, und dann als einzigartigen Blickfang geniessen konnte, klingt mir heute noch in den Ohren und die Freude in den Gesichtern ist bei mir als unvergessliches Ereignis gespeichert.
Viniterra, das nachhaltige Kunstprojekt von Ueli Studer, hat unsere Rebbauregion nachhaltig positiv geprägt. Deshalb haben wir den Namen im Einverständnis mit dem Künstler geschützt und in unserer Chaîne verewigt.
Sie alle haben Anteil an der Erfolgsgeschichte unserer Chaîne, indem Sie mit einem symbolischen Stockkauf für 10 Jahre den Aufbau und Gedeihen mitgetragen haben.
Am Stockschneiden vom 21. Februar 2005, bei heftigem Schneetreiben, haben wir den Spatenstich für das zu restaurierende Pfrophüsli gemeinsam erleben dürfen. Dabei stand das berühmte Gedicht, rund um die Laus, von Ulrich Knellwolf, im Mittelpunkt.
Im Spätsommer hatte das Pfrophüsli dann die Ehre, dass es am europäischen Tag des Denkmals als Vorzeigeobjekt im Seeland von vielen interessierten Besuchern besichtigt wurde.
Im Frühherbst konnte die Aufrichtefeier mit der Architektin Elisabeth Aellen und den am Bau beteiligten regionalen Firmen und lokalen Handwerkern stattfinden.
Und bereits an der Trüelete Ende Oktober konnten wir das jungfräuliche neue Pfrophüsli als Vinothek Viniterra Bielersee einer breiten Öffentlichkeit vorstellen. Das Erstaunen über das gelungene Werk war sichtlich gross, denn der Zweifler gab es vorher zu Hauf.
Dann, zahlreiche unter Ihnen mögen sich erinnern, fand beim Stockschneiden am 19. Februar 2006 die offizielle Einweihung durch den amtierenden Regierungspräsidenten Mario Annoni statt. Die Schar der Stockbesitzer war unterdessen erfreulich angewachsen und die Gruppe der Behörden, Sponsoren, Gönnern und Redner war erheblich und prominent. Die Medien würdigten Werk und Anlass in gebührendem Masse.
Seither erfüllt die Vinothek mit dem Carnotzet die vorgesehene Aufgabe mit den zwei einheimischen Betreuerin-nen hervorragend. Die Weinbauregion mit den rund 300 Weinen der über 60 Winzer haben gleichsam ein Schau-fenster und Zuhause gefunden. Weininteressierte und Gesellschaften aus nah und fern gehören zu den vielseitigen Besuchern und der Treffpunkt einheimischer Bevölkerung mit den Winzern gehört bereits zur Institution.
Herzlichen Dank also auch Ihnen allen, die uns bei diesem erfolgreichen Projekt soviel Unterstützung geboten haben.
Und nun stehen wir nach 10 Jahren hier vor dem Pfropfhüsli und schauen erwartungsvoll vorwärts auf Viniterra 2. Die Chaîne Viniterra ist stolz darauf, mit ihrem Patronat dem Künstler die Vorstudien und Tests ermöglicht zu haben und zusammen mit dem Tourismus TLT mit bedeutenden Beiträgen den Startschuss gegeben zu haben.
Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Künstler sich nach einem erfolgreiches Projekt wie Viniterra 1, an ein Nachfolgeprojekt wagt. Aber dies zeigt die Grösse und die Kompetenz von Ueli Studer auf, der zusammen mit bedeutenden Klangkünstlern und -profis nach dem Beleuchten von damals nun die Reblandschaft erklingen lassen wird.
Das gleiche OK von 2000, leicht ergänzt, unterstützt in auch 2010 und halt ihm den künstlerischen Rücken frei.
Wie vor 10 Jahren hat sich Silvio Merazzi, zusammen mit Felix Hennig, diesmal mit Tochter Tina, für die Fanfaren zur Verfügung gestellt.
Und wir freuen uns sehr, dass wir als Jubiläumsredner auch wieder Dr. Ulrich Knellwolf gewinnen konnten.
Deshalb gebe ich nun den Ton ab an das Team Merazzi und übergebe dann das Mikrofon an Ulrich Knellwolf.
Stossen wir alle zusammen auf unser gemeinsames Werk und auf das nun beginnende zweite Jahrzehnt unserer Chaîne Viniterra an – Prost.
Dr. Ulrich Knellwolf - Referent der Gründungsfeier 2000
Zehn Jahre Chaîne Viniterra! Kaum zu glauben. Zehn
Jahre bewusste Freundschaft von vielen hundert Leuten zum Wein vom Bielersee, zu den Leuten am Bielersee, zur Landschaft des Bielersee. Zu dieser Landschaft, die weniger eine Grenze ist als eine Brücke zwischen Deutsch und Welsch.
Angefangen hat es mit einem Lichterfest. Ueli Studer mit seiner Helferschar hat uns allen in der Nacht vom Karfreitag auf den Karsamstag 2000 ein Licht aufgesteckt. Ein warmes, freundliches Kerzenlicht, das die Rebmauern über dem Bielersee anleuchtete – so lebendig, dass man meinen konnte, sie begännen jeden Augenblick zu reden und würden erzählen aus dem reichen Schatz von Geschichten, die sie gesehen, gehört, erlebt, erfahren und erlitten haben. Und es war einem, die Steine dieser Mauern verträten erzählend die Menschen, die die Mauern aufgeschichtet, die Reben gepflanzt und gehegt und die Trauben geerntet haben durch viele, viele Jahrhunderte. Sie sind nicht mehr da, diese Weinbauern, die, ohne es zu beanspruchen, grosse Landschaftsgestalter und Kulturträger waren. Sie sind nicht mehr da; aber ihre Mauern sind noch da, und die Steine, die sie zu diesen Mauern aufgeschichtet haben, die erzählen an ihrer Stelle. So machte es einem den Eindruch in jener vorösterlichen Nacht, als Ueli Studers Kerzen die Steine zum Reden brachten.
Für mich begann Viniterra ein paar Jahre früher. Da beleuchtete Ueli Studer auch Stein, aber nicht von Menschenhand aufgeschichteten, sondern vom Wasser gestalteten Stein. Den Jurakalk der Verenaschlucht hinter Solothurn. Auch dort leuchteten Kerzen die Wände an – und es war, als würde aus dem Stein Wasser, als löse die ganze Schlucht sich in einen Wasserstrom auf. Alles wurde zu Wasser, sogar die Menschenströme, die sich in jener Nacht in die Verenaschlucht ergossen wie die Sintflut.
Ich hatte dort für Ueli Studer einen kleinen Text geschrieben. Und nun kam er wieder und erzählte von seinem Vorhaben am Bielersee und davon, dass es schön wäre, wenn ich wieder etwas schriebe – und vor allem sagte er, er und seine Helfershelfer suchten noch einen Namen für das Ganze. Ob ich nicht vielleicht –
Nein, ich hatte nicht sogleich eine Idee. Aber der Pfeil steckte und liess mir keine Ruhe, und ich schrieb Papier voll, ein Blatt nach dem andern, und warf es wieder weg. Bis ich mir sagte, dass es ja auch am Bielersee, wie überall diesseits der Alpen, die Römer gewesen seien, die die Reben gebracht hätten, die Römer, diese Staats- und Lebenskünstler, die genau wussten, wo das beste Heilwasser aus dem Boden kommt und auch, dass man vom alemannischen Bier allein mit der Zeit trübselig wird, dass es einen spritzigen Weissen und einen schönen Roten braucht, damit das Herz auf Dauer fröhlich bleibt. Was sie hier nicht fanden, importierten sie. Der Wein ein lateinischer Import, und seit die Römer hier vorbeigezogen sind, auf der grossen Heer- und Kulturstrasse von West nach Ost, ist die Gegend am See ein Weinland – vini terra. Der Name war gefunden; er gefiel nicht nur mir – und darum heisst die Chaîine, die zum Millenium gegründet wurde, VINITERRA.
Die beleuchteten Rebmauern vor Ostern im Jahr 2000 erzählten vom Wein und seinen Bauern. Sie erinnerten daran, dass der Wein ein wunderbares Kulturprodukt sei. Was ist ein Kulturprodukt? Etwas, zu dessen Erzeugung viel Arbeit und Geschick nötig sind. Und zugleich etwas, dessen Genuss verstanden sein will. Weil es nämlich kein harmloses Produkt ist. Kultur ist nie harmlos. Sie kommt harmlos daher. Aber darunter verbergen sich Abgründe. Wie bei der Ironie. Die Ironie lacht. Aber sie lacht über das, was sie gefährdet.
So ist es auch mit dem Wein. „Der Wein macht fröhlich“, heisst’s in der Bibel (Richter 9, 13). Aber ‚Weinseligkeit‘ ist die Vorhölle der Verzweiflung. Kultur besteht nicht etwa darin, dem Wein die Gefährlichkeit zu entziehen. Das wäre kulturlos. Kultur besteht darin, Sitten zu haben und zu entwickeln, die den Umgang mit dem Wein zur Freude machen und nicht zum Exzess. Mit Büchern ist es ebenso – meine Frau kann in Bezug auf mich ein Liedchen davon singen. Bücher machen den Unterschied besonders deutlich zwischen Kultur und Sucht. Ich hatte einen alten Freund, der kaufte Bücher zu Tausenden. Er musste sie haben, aber er las sie nicht. Er war wie einer, der den schönsten Twanner in sich hineinschüttet, und gar nicht merkt, was er da Grossartiges trinkt.
Kultur heisst, mit Gefahren zurechtzukommen lernen. Kultur heisst durchaus, sich in Gefahr begeben – geistig, körperlich. Aber so, dass wir nicht gleich unter die Räder kommen.
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ein ist ein Genussmittel und als solches ein Lebensmittel. Den Genussmittelproduzenten bläst heute der Wind ins Gesicht, als wären sie Menschenverführer. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass es keine Kultur gibt ohne Risiko. Eine ungefährliche Kultur ist keine. Sie ist zum Einschlafen; sie ist Kitsch. Der Ruf nach Gefahrlosigkeit verdrängt, dass es das Leben ohne Gefahr nicht gibt. Wir sind heute so auf Sicherheit erpicht, dass wir vor lauter Sicherheitsstreben das Leben verpassen. Wie gewisse Banker so mit Bonischeffeln beschäftigt sind, dass sie nicht dazu kommen, mit dem gescheffelten Geld etwas Gescheites anzufangen.
Der Wein ist der Inbegriff eines Kulturgutes. Davon erzählten Ueli Studers beleuchtete Rebmauern vor zehn Jahren. Wer es damals sah, vergisst es nicht. Trink ich ein Glas Wein vom Bielersee, dann sehe ich jene erleuchtete Nacht vor mir – und das Licht von damals wird in meinem Gaumen eine Nuance im Bouquet des Weins. Unsre fünf Sinne spielen zusammen; erst miteiander machen sie das Bouquet des Lebens voll.
Heuer, zehn Jahre später, wird nach dem Gesicht das Gehör mit dem Geschmack verbunden. Wir werden im August den Klang dieser Landschaft hören; Ueli Studer und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihn uns hören lassen. Das ist wunderbar. Denn eine Landschaft hat nicht nur ein eigenes Licht, nicht nur einen charakteristischen Geschmack. Eine Landschaft hat auch einen Ton. Sie ist das Instrument, das sich einen Ton entlocken lässt, der nur ihr zu eigen ist. Wer der Instrumentenbauer ist, der der Landschaft ihren Ton schafft, das wäre einen eigenen Gedankengang wert. Ich glaube, der Ton einer Landschaft ist die Antwort auf das Wort, das sie ins Leben gerufen hat.
Jedenfalls bin ich gespannt auf die Töne dieser Landschaft, die wir im August hören werden. Und ich weiss, dass ich, wenn immer ich später ein Glas Bielerseewein trinke, die Töne in meinen Ohren haben werde, und sie werden mit dem Licht zusammen das Bouquet des Weines abrunden.
Zehn Jahre Viniterra! Dank an alle, die das möglich gemacht haben. Und Dank allen, die es weiterhin möglich machen.
Recht herzlichen Dank allen Besuchern und Gästen, den Winzerpaten-Familien und all den Helferinnen und Helfern im Hintergrund, ohne die ein solcher Grossanlass nicht so reibungslos über die Bühne gehen konnte.
Urs Feitknecht - 20. März 2010
Reblinge – Einladung zum Stockschneiden vom 20. März 2010
Neues aus der Rebenregion am malerischen Bielersee
Jubiläumsjahr - 10 Jahre Vinierra und Chaine Viniterra
Die Zaubernacht bleibt unvergessen: Rund 25 000 flackernde Flammen tauchten Rebmauern, Weinstöcke und damit auch die Hänge überm Bielersee in magisches Licht. Es war als hätte es Myriaden von Sternen geregnet. Himmel auf Erden:
Die Symbolik des Akts rüttelte das Bewusstsein wach, hier landschaftlich mit einem Stück vom Paradies gesegnet zu sein.
Das geschah am Karfreitag vor 10 Jahren. Die Jahrtausendwende führte damit auch zu einer Wende in der Verbundenheit mit der einmaligen Region am Fuss der Jurakette. Denn die Feuernacht zündete die Lunte zu mancherlei Manifestationen, sei dies auf politischer, gesellschaftlicher oder önologischer Ebene. Und sie gebar vor allem auch die Chaîne Viniterra Bielersee.
Mehr als 800 Mitglieder sind es mittlerweile, die allein oder in Partnerschaft einen Rebstock als symbolischer Besitz für eine Dauer von 10 Jahren erworben und damit die Restaurierung des denkmalgeschützten historischen Pfropfhüsli ermöglicht haben, samt Carnotzet sowie einer Vinothek all der hiesigen Crus. Ein neuerliches Engagement für ein zweites Jahrzehnt, um das wir Sie hiermit herzlichst bitten, sichert der Chaîne Viniterra den Weiterbetrieb dieser Institutionen.
Mit der exklusiven „goldenen“ Anstecknadel bedankt sich die Chaîne für Ihre Mitgliedschaftstreue, zeichnet Sie aus als Kenner des Weinbaugebiets am Bielersee sowie seiner köstlichen Produkte und freut sich, wenn Sie Ihre Verbundenheit mit unserer Region auch ein zweites Jahrzehnt lang zeigen.
Mit dem traditionellen Stockschneiden starten wir auch 2010 ins Jubiläumsjahr, erfreut Sie dazu herzlichst zu begrüssen…
Stocken Sie Ihre Verbundenheit auf
Die Rebstöcke stehen stramm in Reih und Glied vor dem Bijou unserer Gesellschaft, dem liebevoll herausgeputzten Pfropfhüsli in Twann, und warten voller Zuversicht auf den
Start in ein fruchtbares neues Rebjahr. Die Winzer ihrerseits haben die Zeit genutzt zur Hege dieses vielversprechenden Jahrgangs 2009. Den eigentlichen Saisonauftakt bildet auch für sie der Schnitt. Er konzentriert all die Wachstumskräfte, hat deshalb weit mehr als bloss symbolischen Charakter. Logisch, angesichts der Bedeutung des Aktes, dass sich auch die meisten der durch ihre Zugehörigkeit zur Chaîne zu Hobbywinzern gewordenen Mitglieder die Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihren Stöcken den bedeutungsvollen Schnitt eigenhändig angedeihen zu lassen – unter kundiger Anleitung. Denn Stockbesitz bedingt Verantwortung. Der Anlass bedeutet auch für die Mitglieder der Chaîne den idealen Auftakt in ein ereignisreiches Jubiläumsjahr. Man trifft sich freudig wieder, tauscht Erfahrungen und Erlebnisse aus, geniesst beim Winzerimbiss die regionalen Köstlichkeiten, pflegt Geselligkeit sowie Gemütlichkeit, stimmt sich gemeinsam ein auf ein Jahr, in welchem mit dem Landart-Projekt Viniterra 2 ein weiterer Markstein gesetzt wird. Da Capo jener Veranstaltung, die vor zehn Jahren zur Gründung unserer Chaîne führte – dieses Mal allerdings in einer anderen Form. Mehr darüber auf der Rückseite dieser Ausgabe der Reblinge…
Auf die Bedeutung des Stockschneidens hat sich 2010 ebenfalls der Kalender eingestellt. Denn wenn an diesem dritten Samstag des Monats, am 20. März, die meisten Mitglieder der Chaîne die Weinkeller ihrer Winzerpaten vor noch nicht allzu langer Zeit verlassen haben, zieht um 18.32 Uhr schon der Lenz ins Rebenland. Wenn dies kein gutes Omen ist…
Ihr Rebstock wird Ihnen die Treue lohnen
Es freut Sie bestimmt genauso sehr wie uns, dass Pfarrer und Autor Dr. Ulrich Knellwolf einmal mehr bei uns weilt. Er war schon in jener Lichternacht dabei, als unsere Chaine gegründet wurde. Schön, dass er auch zum 10. Geburtstag wieder mit dabei sein kann. Denn im Grunde genommen war es auch beinahe wie eine Weihnachtsgeschichte und fesselnd manchmal wie ein Krimi. Tatort Bielersee – wir sind höchst gespannt auf Dr. Ulrich Knellwolfs markige Worte…
Bedeutende Ereignisse werfen bekanntlich ihr Licht voraus
Leuchtzauberer und Landschaftskünstler Ueli Studer wird deshalb anlässlich des Stockschneidens über den geplanten grossen Jubiläumsakt Viniterra 2 orientieren. Welcher Art sind die Inspirationen und Überlegungen, die zur gewählten künstlerischen Ausdrucksform führten? Informationen aus erster kreativer Instanz: Begeisterung wirkt ansteckend…
Samstag, 20. März 2010
Treffpunkt: Pfropfhüsli Twann
10.15 Uhr Gemütliches Eintrudeln zu Tee und Wein
10.45 Uhr: Begrüssung vor dem Pfropfhüsli
11.00 Uhr: Beginn des Stockschneidens in allen Reihen
11.00 Uhr: Entracte im Saal, erste Durchführung
Infos zur Chaîne: Urs Feitknecht, Präsident
Vorgeschmack auf Viniterra 2: Ueli Studer, Landschaftskünstler Musikalische Einstimmung
12.15 Uhr Winzerimbiss mit dem Gaichter Verpflegungsteam
13.00 Uhr Jubiläumsakt vor dem Pfropfhüsli:
Dr. Ulrich Knellwolf, Pfarrer und Autor,
eingerahmt von Fanfaren
13.30 Uhr: Fortsetzung des Stockschneidens
13.30 Uhr: Entracte im Saal, zweite Durchführung
14.45 Uhr: Ende des offiziellen Anlasses, Übergabe des Mitgliedschafts-Weines
15.00 Uhr: Individuelle Dislokation in die Weinkeller der Winzerpaten
Persönlicher Bezug ein weiteres Mal beseelt
Viniterra – unsere Erde, unser Wein – der Ausdruck ruft eindrücklichste Bilder wach, assoziiert mit Empfindungen und Gefühlen, ausgelöst in einer Zaubernacht. Was hat die
Lichtermagie der Karfreitagnacht 2000 nicht alles bewirkt an Regungen, Urbewusstsein und Verbundenheit – spontan und in der Folge auch an entsprechenden Aktivitäten. Die Entstehung der Chaîne Viniterra und damit die Rettung des historischen Pfropfhüsli in Twann ist lediglich eines von zahlreichen Beispielen. Verständlich, wenn der Ruf nach einer Wiederholung des Aktes zunehmend lauter wurde. Zum 10-Jahres-Jubiläum, in der Nacht vom 21. auf den den 22. August 2010 (Verschiebungsdatum: 28. auf den 29. August 2010) ist es soweit. In einer neuen Form…
Viniterra – der Name schmeckt wie Bielerseewein auf der Zunge, klingt auch wie Musik. Der Landschaftskünstler Ueli Studer, Schöpfer des Lichterwunders 2000, wird darum die Rebhänge über dem See mit Viniterra 2 zum Klingen bringen. Anlässlich des Stockschneidens vom 20. März 2010 orientiert er ausführlicher über das geplante Projekt.
Eine fantastische Fussreise durch verschiedene Klangräume erwartet uns in dieser Nacht: Auf dem Rebenweg erklingen Töne der menschlichen Stimme, Akkorde von Blech-Blasinstrumenten, schwebende Glasklänge und extrem tiefe Bass-Töne aus langen Stahlrohren. Wachslichter weisen den Weg durch die Rebhänge zwischen Alfermée und Schafis. Und sollten Sie als Wanderer in der Nacht dabei unter ihren Rippen magische Schwingungen und ein Gefühl von Wärme empfinden, ist dies durchaus beabsichtigt…
Über die Fortschritte des Projekts informiert www.viniterra.ch
Anmeldung für das Stockschneiden (geschlossene Gesellschaft) der Chaîne Viniterra Bielersee bitte bis 28. Februar 2010 per Mail, Fax oder Post an
Chaîne VINITERRA Bielersee
Haus des Bielerseeweines
2513 Twann
Telefax 032 315 27 83
E-Mail chaine@viniterra-bielersee.ch
Ich bin Besitzerin / Besitzer eines Rebstockes
Wir sind Besitzer eines Partnerstockes
(Diese Einladung gilt für 1 Person pro Rebstock, resp. 2 Personen pro Partnerstock.
Die Teilnahme ist exklusiv Stockbesitzern, einzeln oder in Partnerschaft, vorbehalten.)
Ich / Wir nehme(n) sehr gerne an diesem Anlass teil.
Ich / Wir akzeptiere(n) die Einladung des Winzerpaten zum
Ausklang in seinem Keller gerne (verbindliche Anmeldung wichtig!).
Ich bin / Wir sind an diesem Datum leider verhindert, hole(n) aber
die persönliche Flasche Viniterra-Wein mal selber beim Winzerpaten ab.
PS. Parkplätze sind in Twann leider nur in sehr beschränkter Zahl vorhanden. Respektieren Sie bitte die vorgeschriebene öffentliche Parkordnung.Ko mmen Sie per Zug! Sie können damit die Köstlichkeiten nach freier Lust geniessen.
Wir freuen uns auf Sie!
Januar 2010 - Urs Feitknecht, Präsident
Das Landart-Projekt VINITERRA 2 findet unter dem Patronat der Chaîne Viniterra statt in der Nacht vom 21. auf den 22. August 2010 - alles darüber finden Sie unter www.viniterra.ch
Das Stockschneiden 2010 findet statt am 3. Samstag im März, also am 20. März 2010.
Über 500 gut gelaunte StockbesitzerInnen bevölkerten den diesjährign Grossanlass des traditionellen Stockschneidens
Mancheiner fragte sich, ob wohl der Wettergott auch einen Stock im Rebbeg der Chaîne Viniterra beim Pfropfhüsli in Twann besitze. Denn bei schönstem Wetter und wärmenden Sonnenstrahlen flanierten die erwartungsfrohen Gäste mit einem Glas in der Hand entlang der Barriquemeile der 26 Winzerpaten.
Unter deren Anleitung schnitten die symbolischen Besitzer fachkundig ihren Stock. Dabei wurde oft auch gewitzelt, wenn einer zum Beispiel voreilig die falsche Rute entfernen wollte.
Im 3-fach geführten Entreact im kühlen Saal des Haus des Bielersee Weines vernahm man einige Neuigkeiten seitens der Chaîne. So auch, dass es sich bei den meisten der an nationalen und internationalen Weinprämierungen mit Gold und Silber Auszeichneten um Winzerpaten der Chaîne handelt. Ebensoviel Applaus erntete das einheimsche, mit Nachwuchssorgen kämpfende Pfärigchörli. Es erfreute die Gäste mit berühmten Weinliedern und solchen aus der Region und liess alte Traditionen wie den Karlsbader und den Küfferstreich wieder aufleben. Auch die Gartenfachschriftstellerin aus der Region, Sabine Reber, begeisterte mit ihren Ausführungen über Traumpaare in den Reben. Gemeint waren nicht die Assemlages der Weine, sondern die Pflanzen und Blumen, die als Nützlinge oder schön fürs Auge, im Rebberg zu finden sind oder dort eingebracht werden könnten. Typisch dazu der Rosenstock, der dem Winzer den berüchtigten Mehltau frühzeitig ankündigt.
Neugierde verbreitete sich, als das Projekt Viniterra II für das Jahr des 10jährige Jubiläums der legendären Kerzennacht 2000 angekündigt wurde. Das OK um den Landart Künstler Ueli Studer hat wieder etwas Einmaliges im Sinn. Nicht eine Wiederholung von 2000, dafür aber etwas Überraschendes fürs Auge und fürs Ohr - und mit Einbezug der Winzer - natürlich auch für Nase und Gaumen.
Auch beim gemeinsamen Winzerimbiss, zubereitet von den Bauernkollegen aus dem Weiler Geicht ob Twann, wudre das Geheimnis nicht gelüftet. Und nach dem Besuch in den Kellern der Winzerpaten, wo der neue, veilversprechende Jahrgang 08 direkt vom Fass degustiert wurde und auch Spezialitäten des Hauses genossen wurden, klang der Anlass bei den einen früher, bei den anderen später aus und man erwartet gespannt, was die Chaîne Viniterra im nächsten Jahr bieten werde. Sicher ist schon, dass das Stockschneiden am 20. März 2010 stattfinden wird.
Mit den besten Chaîne-Grüssen
Urs Feitknecht, Präsident
15.3.2009
Liebe StockbesitzerInnen, wir freuen uns, dass sich 500 Chaîne-Freunde zum Stockschneiden am 14. März 2009 angemeldet haben. Auch das Wetter scheint uns wiederum gut gesinnt zu sein
In der geschlossene Gesellschaft der StockbesitzerInnen können Sie sich laut Anlassablauf an den folgenden Programmpunkten teilnehmen:
Treffpunkt: Pfropfhüsli Twann
10.15 Uhr: Stelldichein bei Tee und Wein
10.30 Uhr: Beginn des Stockschneidens in allen Reihen
10.30 Uhr: parallel Entracte I im Saal
Infos zur CHAÎNE: Urs Feitknecht, Präsident
Wer treibts mit wem im Weinberg: Sabine Reber
Liederschatz vom Bielersee: Pfärig Chörli
11.30 Uhr: parallel Entracte II im Saal (Wiederholung)
12.30 Uhr gemeinsamer Winzerimbiss, grosse Weinauswahl
13.30 Uhr: Fortsetzung des Stockschneidens
13.30 Uhr: parallel Entracte III im Saal (Wiederholung)
14.30 Uhr: Ende des offiziellen Anlasses
14.45 Uhr: Individuelle Dislokation in die Weinkeller der
Winzerpaten.
Wir sind bereit für einen erlebnis- und genussreichen Tag mit Ihnen!
Herzlich
Urs Feitknecht, Präsident - 12.3.2009
Einladung zum Stockschneiden am 14. März 2009
- geschlossene Gesellschaft der Stockbesitzer
Reblinge: Neues aus der Rebenregion am malerischen Bielersee
Hiermit spriessen der Lebensfreude regelmässig frische Triebe
Noch hüllt die Gegend um den See fröstelnd sich in weisse
Pelzchen. Frau Holle hat die Bettwäsche offensichtlich kräftig durchgeschüttelt und lässt den Winter wieder mal Winter sein.
Nur hin und wieder flattert erschreckt ein schwarzer Vogel auf.
Die Kamine schmauchen. Ansonsten aber scheint das Leben
stillzustehen, die klirrende Kälte die Reben in Starrheit versetzt zu haben. Doch halt, dieser Anschein trügt! Denn etwas blüht da selbst zur Winterzeit – die Beziehung zwischen Mensch und Rebstock nämlich, die ganzjährig ist und folgedessen zu dieser Zeit auch eine Winterliebe darstellt.
Wer treibt es mit wem im Weinberg? Ohne der Schriftstellerin
Sabine Reber zuvorzukommen, die wir – wie die Folge zeigen
wird – bald mal persönlich kennenlernen und die sich zu diesem Thema äussern wird, halten wir hier fest: Zum jetzigen Zeitpunkt treiben es Winzer und Rebstöcke ganz sicher miteinander. Und dies nicht nur rein platonisch. Denn ganz abgesehen davon, dass die Zwiesprache von Mensch und Weinpflanze auch im Winter niemals völlig versiegt, hat der Winzer bereits damit begonnen, seine Stöcke mit der Rebschere gezielt auf neues Wachstum hin zu trimmen.
Was dem professionellen Weinbauer beliebt, ist ebenfalls dem Chaine-Mitglied teuer. Zwar hat der Hobby-Winzer vermutlich
seinen Rebstock in diesen Wintertagen nicht persönlich besucht. Zumindest hat er zwischendurch – aus den Fenstern schauend – ab und zu aber dran gedacht, wie seine Pflanze da draussen jetzt den Frösten trotzt und erst noch Kräfte für ein neues Weinjahr aufbaut. Und deshalb wird er es sich auch nicht nehmen lassen, seinem Stock mittels Schnitt den Schritt in ein ertragsreiches 2009 noch vor Beginn des Frühlings eigenhändig zu erleichtern.
Dies ist die Einladung dazu…
Einer für hinters „Stägefässli“
Die Geschichte ist reich an Poesie und hat zweifelsohne
Parallelen aufzuweisen zu Antoine de Saint-Exupéry‘s
bezauberndem Märchen vom kleinen Prinzen und seiner
Rose. Denn da wird man eines Tages Eigentümer eines
Rebstockes am Bielersee. Und mit einem Male wird die
Beziehung eine ganz aussergewöhnliche…
Zwar ist besagter Rebstock nur einer in einer Reihe von
Stöcken, wie sie zu Tausenden, ja zu Abertausenden am
Bielersee nebeneinander stehen. Und dennoch ist dieser
eine Stock ganz anders als die andern – einzigartig eben.
Die Zeit, die du deiner Rose gewidmet hast, macht sie dir
vertraut, sagte der Fuchs zum kleinen Prinzen. Man sieht
nur mit dem Herzen gut. Manche Menschen scheinen diese
Wahrheit gerne zu vergessen. Aber du bist verantwortlich
für das, was du dir vertraut und somit einzigartig gemacht
hast – diese eine andere Rose unter Tausenden.
Erkennen Sie sich in dieser Geschichte als Stockbesitzer
wieder? Dann gilt unsere Einladung zum diesjährigen
Stockschneiden der CHAÎNE VINITERRA Bielersee in
speziellem Mass für Sie. Um gemeinsam mit den übrigen Stockverantwortlichen im bekannt gemütlichen Rahmen
Ihrer Weinpflanze am Bielersee persönlich die notwendige
Aufmerksamkeit angedeihen zu lassen. Sowie natürlich
auch, um die Ihnen zustehende Flasche des Resultats des
letztjährigen Stockschneidens entgegenzunehmen – den
« Cru de l‘Amitié » zwischen Winzer und Rebe, dem mit
Garantie ein Ehrenplatz in Ihrem Weinkeller zufallen wird.
In und aus den Reben fliesst das Leben
Zwei kulturelle Highlights prägen den diesjährigen Akt des
Stockschneidens in ganz besonderem Masse. Zum Einen ist
es Schriftstellerin Sabine Reber, bekannt von Radio, TV und
aus Zeitschriften, für ihr Werk mit zahlreichen Preisen bedacht,
die auch den Reben und Pflanzen, die sich an den Gestaden
des Bielersee ein Stelldichein geben, an unserem Anlass ein
literarisches Blütenkränzchen winden wird. Begeisternd, wie
Sabine Reber es versteht, Flora mit Poesie zu verflechten!
Ein zweiter Höhepunkt wird der Auftritt des „Pfärig Chörli“
sein, das mit dem „Küferstreich“, dem „Karlsbadercoupplet“
sowie traditionellen Weinliedern das alte Gesangsgut vom
Bielersee in neuem Glanz erstrahlen lässt und folgedessen ein Vermächtnis aus alten Zeiten weiter hegt.
Es bleibt zum Schluss noch darauf hinzuweisen, dass unser
ursprünglich für 2009 geplante Sommeranlass einer weitaus
bedeutenderen Grossveranstaltung „VINITERRA II“ 2010
weichen muss – einer nämlich, die in die Annalen der Region
eingehen wird. Ebenso eindrücklich und bewegend wie jene,
die damals die Geburt der CHAÎNE zur Folge hatte. Freuen
Sie sich darauf.
Samstag, 14. März 2009
Treffpunkt: Pfropfhüsli Twann
10.15 Uhr: Stelldichein bei Tee und Wein
10.30 Uhr: Beginn des Stockschneidens in allen Reihen
10.30 Uhr: Entracte I im Saal.
Infos zur CHAÎNE: Urs Feitknecht, Präsident
Wer treibts mit wem im Weinberg: Sabine Reber
Alter Liederschatz vom Bielersee: Pfärig Chörli
11.30 Uhr: Entracte II im Saal (Wiederholung)
12.30 Uhr Winzerimbiss mit den Gaichter Landwirten
13.30 Uhr: Fortsetzung des Stockschneidens
13.30 Uhr: Entracte III im Saal (Wiederholung)
14.30 Uhr: Ende des offiziellen Anlasses
14.45 Uhr: Individuelle Dislokation in die Weinkeller der
Winzerpaten.
Der Twanner Küeferstreich
Luschtig si mir Handwärkslüt, jo Handwärkslüt
Luschtig si mir Küefer
Sötte mir nid luschtig si, jo luschtig si
Trinke gärn vom beschte Wi
Wär trinkt vom beschte Wi? D Küefer! Hie si mer!
Mir tüe schtreife, mir tüe füege
Füür und Wasser tüe ds Houz biege
Isch das Fass itz gwärmt und gnetzt, jo gwärmt und gnetzt
Wird’s sofort uf d Roue gsetzt
Wär setzt das Fass uf d Roue? D Küefer!
Itz mues d’s Fass fiin gschmirglet si
Hopp, scho chöme d Reife drüber ii
Schlö derzue der Küeferstreich, jo Küeferstreich
Das isch üsi gröschti Fröid
Wär schlot der Küeferstreich? D Küefer!
Ds Fass wott itz im Chäuer si
Füuet’s uf mit Twanner Wi
Haut! Zersch muess e Hahne dra, e Hahne dra
Ds Riiberli, zum Wi usela
Wär wott Twanner Wi? Aui! Der Küefer!
Wär schlot der Hahne a? Der Küefer.
Liebe Stockbesitzer und Stockbesitzer
Wir von der Chaîne Viniterra freuen uns auf ihre Anmeldung für und Ihr Erscheinen am diesjährigen Stockschneiden - bitte witterungsabhängige Kleidung nicht vergessen...
Freundliche Grüsse
Urs Feitknecht, Präsident
25.1.2009
Ein recht gutes neues (Reben)Jahr
Liebe StockbesitzerInnen der Chaîne Viniterra
der Vorstand und ich danken Ihnen für das Interesse an - und für die Unterstützung der Chaîne Viniterra recht herzlich.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen am Stockschneiden vom 14. März: die Einladung folgt im Januar.
Wir wünschen Ihnen allen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue (Reben)jahr!
Dezember 08 - Urs Feitknecht
Stockschneiden 2009 ist am Samstag, 14. März
Da der erste März nächstes Jahr auf einen Sonntag fällt, wäre der dritte Samstag im März 2009 erst am 21., also für das Rebenschneiden zu spät.
Deshalb findet das Stockschneiden 2009 der Chaîne Viniterra Bielersee ausnahmsweise am 2. Samstag, am 14. März statt.
Die Einladung mit den Anmeldeunterlagen folgt wie immer im Januar mittels unserer REBLINGE.
Wir sind schon dabei, wiederum ein interessantes, vieleseitiges und gemütliches Programm für unsere StockbesitzerInnen zu organisieren.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Juli 2008 - Urs Feitknecht
Zufriedenen Stockschneider bei schönstem Viniterra-Wetter
Rund 550 StockbeseiterInnen haben bei schönstem Wetter - nicht umsonst heisst unser ältester Rebstock der Pfropfhüsli-Pergola "Bois de Dieu" - ihren persönlichen Rebstock in der Chaîne-Rebe unter Anleitung ihres Winzerpaten liebevoll und fachgerecht geschnitten. An den beiden "Entreactes" im Saal des Haus des Bielersee Wein wurden aktuelle Informationen über die Chaîne vermittelt, konnte den Darbietungen der Trachtengruppe Twann beigewohnt sowie den interessanten Ausführung von Professor Roland Ris gefolgt werden. Die historischen Zusammenhänge und die überlieferten Eigenheiten wie "Chuttlerugger" brachten viele Gäste zum Staunen und zum Schmunzeln. Einige Zöglinge des Bois de Dieu wurden spontan versteigert und finden wohl einen exklusiven Platz in den Gärten der glücklichen Besitzer.
Der traditionelle Winzerimbis mit einheimischen Produkten der Baurern aus Gaicht oberhalb Twann kam ebensogut an wie die Weinvielfalt der 26 Winzerpaten mit ihren Barriques entlang der gesperrten Strasse. Die zahlreichen neuen StockbesitzerInnen wurden von den Organisatoren und den bisherigen Mitgliedern sympathisch integriert und viele neue Bekanntschaften wurden beim Fachsimpeln geschlossen. Der Tag endete dann früher oder später in den Kellern der Winzerpaten, wo auch die persönliche Flasche Chaîne-Wein in Empfang genommen werden konnte.
Ich dank allen Gästen, die den Tag aktiv mitgestaltet haben herzlich und allen Beteiligten, die hinter den Kulssen zum guten Gelingen des Grossanlasses beigetragen haben, bestens.
Wir freuen uns auf unser nächstes gemeinsames Stockschneiden am Samstag, 14. März 2009.
17. März 08 - Urs Feitknecht
500 Stockbesitzer sind angemeldet
Das traditionelle Stockschneiden für unsere StockbesitzerInnen findet Mitte März statt - also am Samstag, 15. März 08. Damit erfüllen wir einen vielseitigen Wunsch.
Das Programm für unsere StockbesitzerInnen
10.15 Beginn Eintreffen beim Pfropfhüsli und Apero
10.45 Beginn Stockschneiden mit den Winzerpaten
11.00 Entreacte im Saal, erste Durchführung, mit
- Infos aus der Chaîne Viniterra - Präsident
- Die alten Wörter vom Bielersee - Prof. R. Ris
- Unterhaltung - Trachtengruppe Twann
12.00 Gemeinsamer Winzerimbiss mit den Gaichter Bauern
13.00 Fortsetzung Stockschneiden mit den Winzerpaten
13.00 Entreacte im Saal, zweite Durchführung
14.30 Verabschiedung
14.45 Dislokation zu den Winzerpaten
REBLINGE als Einladung haben Anklang gefunden - wir freuen uns, dass 500 Stockbesitzer mit uns diesen Tag verbringen werden - und natürlich auf Frühlingswetter.
Freundliche Grüsse aus dem zur Zeit noch
Treberwurst-geschwängerten Viniterra-Land
Urs Feitknecht, Präsident
9.3.2008
Es guets Neus
Im Namen des Vorstandes und der Winzerpaten wünsche ich allen unseren Stockbesitzern erholsame Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr - natürlich mit einem Glas Schaumwein vom Bielersee.
Auf Wiedersehen beim Stockschneiden am 15. März 2008.
Urs Feitknecht, Präsident Chaîne Viniterra Bielersee
Voranzeige
Das Stockschneiden findet ab nächstem Jahr am 3. Samstag im März statt - also am Samstag, 15. März 08.
Damit erfüllen wir einen vielseitigen Wunsch unserer Stockbesitzer.
Zur Eröffnung «Glas- und Zapfenbruch
Wiedereröffnung der Vinothek Viniterra gestern im «Propfhüsli» in Twann. Zahlreiche Besucher haben die neuen Pächterinnen Priska Scholer und Bettina Popp willkommen geheissen.
Der Raum ist voller Menschen. Auf dem Bartresen Eiskübel mit Rosé- und Weisswein. Auf Holzbrettern Käse und fein gehobelter Speck, Blätterteigstängeli in Bechern. Bettina Popp und Priska Scholer, beide in Schwarz, stehen hinter dem Buffet, schenken Wein aus, begrüssen Gäste. «Gesundheit» links, ein «Prost» rechts, alle wollen die beiden neuen Pächterinnen willkommen heissen. Draussen, vor der Pergola singt «Jacky» mit Gitarrenbegleitung: «I träume immer no dervo, dass i emou e Räbbärg ha.» Per SMS trifft ein Glückwunsch ein: «Glas und Zapfenbruch zur Eröffnung». Die Umstehenden lachen. Man kennt sich. Immer wieder trudeln Leute ein, bis rund sechzig Personen beisammen sind, die einander zuprosten.
Popp und Scholer sind beide aus Twann, wohnen gar nur wenige hundert Meter vom «Pfropfhüsli» entfernt. Sie freuen sich auf ihre künftige Wirtinnenrolle. «Wir kennen uns von früher», sagt Bettina Popp. Beide sind Wiedereinsteigerinnen. Scholer war im Gastgewerbe tätig, Popp ist kaufmännisch ausgebildet, hat aber in der Freizeit oft und gerne an Treberwurstessen ausgeholfen. Als sie erfuhren, dass die Vinothek zu pachten sei, haben sie sich entschlossen, die Chance gemeinsam zu packen. «Wir wissen, dass viel Arbeit auf uns zukommt», sagt Bettina Popp. «Wenn oben Wein degustiert und unten im Carnotzet Teberwurst gegessen wird, ist Hektik angesagt.» Da sie zu zweit sind, ist es möglich, den Besuchern erweiterte Öffnungszeiten anzubieten. Das muntere Duo ist guten Mutes. Vor allem auch, weil ihre Familien voll hinter ihnen stehen.
Treffpunkt
Unter den Besuchern ist Stephan Martin, Winzer aus Twann. «Die Vinothek ist die Visitenkarte des Bielersees», sagt er. Hier können die Winzer ihre Produkte der Öffentlichkeit präsentieren und Besucher für die Region und ihre Weine begeistern. Martin hat die Zeit des Umbaus des «Pfropfhüslis» mitgemacht und mitangesehen, wie der einstige «Schandfleck zu dem schönen Ort wurde, der unsere Region vertritt.»
Die Stimmung unter den Besuchern ist fröhlich. «Ich komme gerne nach der Arbeit her, um hier mit Kolleginnen ein Ballönli zu trinken», sagt Ruth Imhof aus Twann. Otto Krebs findet die Vinothek «eine ganz gute Sache». Ursula Kaltenrieder, Renate Roth und Doris Ballif, alle aus Twann, sind Freundinnen von Popp und Scholer. Auch sie schätzen die lockere Atmosphäre der Vinothek und kommen gerne her - auch, um Weine verschiedener Winzer kennenzulernen.
Ideale Besetzung
Urs Feitknecht, Gründer und Präsident der Chaîne Viniterra, in der Hand ein Glas Weisswein: «Wir haben die beiden Damen aus vielen Bewerbern ausgewählt.» Sie seien für die Chaîne ein Glücksfall, weil sie aus der Region seien und die nötigen Kenntnisse besässen. Den Pächterinnenwechsel betrachtet er mit einem «weinenden und einem lachenden Auge», denn der Abschied von Eliane Maier sei auf beiden Seiten schwer gefallen. Jetzt hofft er, dass die «Stammgäste von Eliane nahtlos an die beiden Nachfolgerinnen übergehen».
Bettina Popp und Priska Scholer haben inzwischen alle Hände voll zu tun, füllen Gläser, scherzen mit den Gästen. Es sieht aus, als hätten sie nie etwas anderes getan.
Vinothek Viniterra
Neue Öffnungszeiten:Dienstag bis Freitag: 17-22 Uhr. Samstag: 11-13 Uhr und 17 - 22 Uhr. Sonntag: 14-19 Uhr.
Über 60 Winzerbetriebe der Region Bielersee präsentieren rund 300 Weine. Apéros, Carnotzet für private Anlässe.
Info: Tel. 032 315 77 47 - vinothek@viniterra-bielersee.ch
7.9.07 - Brigitte Jeckelmann - Bieler Tagblatt
Ein Tag mit Wein, Historie und Gesang
Die «Chaîne Viniterra» lud Stockbesitzer zu einem Rundgang durch die Reben. Höhepunkt des Anlasses war danach ein Konzert in der Twanner Kirche.
Die «Chaîne Viniterra» vereinigte am Wochenende in Twann gegen 140 Stockbesitzer. Höhepunkt des Anlasses war ein einmaliges Konzert in der Twanner Kirche. Die renommierte Sängerin Eliseda Dumitru (Mezzosopran) und ihr Partner Wolfgang Schmidt (Tenor und Kammersänger) gaben in der Dorfkirche ein einmaliges Konzert.
In den altehrwürdigen Kirchenmauern erklangen die ausdrucksstarken Stimmen der beiden. Zum Teil sangen sie solo, altitalienische Lieder, «Dichterliebe» von Robert Schumann oder «An die Musik» von Franz Schubert. Sie gaben aber auch Duette zum Besten, so zum Beispiel «Reich mir die Hand» aus «Don Giovanni» von Mozart oder das abschliessende Trinklied aus «La Traviata» von Verdi. Nicht zuletzt sei die einfühlsame Klavierbegleitung von Kordula Gisler erwähnt. Mit ihrem brillanten Spiel schaffte sie optimale Voraussetzungen für die Solisten.
Verbindungen zur Region
Dumitru und Schmidt haben beide enge Verbindungen zu der Region: Eliseda Dumitru, tätig an den berühmtesten Opernhäusern der Welt, hat sich vor Kurzem in Twann häuslich niedergelassen. Der Grund: Die Gegend hat es ihr besonders angetan. Auch sie ist wegen eines Erlebnisses rund um den stets ausverkauften «Pinot Gris» stolze Stockbesitzerin. Zusammen mit den übrigen 740 Mitgliedern der Vereinigung trägt sie dazu bei, das schmucke, bald 100-jährige «Pfropfhüsli» Twann zu wahren und es seiner Zweckbestim-mung, ein Begegnungsort rund um den Wein zu bleiben, zuzuführen.
Auch ihr Partner Wolfgang Schmidt, geschätzt und bekannt von Bayreuth bis zur Metropolitan Oper in New York, hat zur Bielerseegegend eine besondere Beziehung. Diese hat ihren Ursprung in seiner Jugend. Damals las er Dürrenmatt und erfuhr dabei vom Chasseral, von Lamboing und der Twannbachschlucht. Nun, seine Beziehung schlug buchstäblich Wurzeln, da auch er Stockbesitzer wurde.
Informativer Rundgang
Neben dem holden Gesang, der vom Publikum übrigens mit stehenden Ovationen belohnt wurde, stand vorher ein Rebenrundgang nach Wingreis auf dem Programm. Dabei war viel Wissenswertes über die Kloster-Rebberge am Bielersee oder den Felssturz beim Engelberg zu erfahren. Dieser hatte das sagenumwobene Dörfli «Goldere» beim Engelberg im Jahre 1356 buchstäblich ausgelöscht. Auch die ungewisse Zukunft des Rebhauses Wingreis wurde besprochen.
Das Menue Surprise im Hotel Bären in Twann stellte den gelungenen Schlusspunkt dar unter einen interessanten Tag im Schosse der Chaîne Vinetera Bielersee.
20. August 07 - Walter Winkler, Bieler Tagblatt
Herzliche Gratulation unseren "goldenen" Winzerpaten
An der internatioalen Weinprämierung in Zürich sind unsere Winzerpaten Martin Hubacher, Hans Perrot und Peter Schott mit Goldmedaillen ausgezeichent worden. Zusammen heimsten die drei Spitzenwinzer insgesamt 11 Gold- und Silbermedaillen ein. Das spricht für ihr Qualitätsbewusstsein und für das Immage der Chaîne Viniterra Bielersee.
16.8.07 - Urs Feitknecht, Präsident
Einladung zum Sommeranlass am 18. August 2007
In diesen Tagen flattern Ihnen die Chaîne Viniterra REBLINGE ins Haus. Es ist die Einladung zur Teinahme am vielseitig interessanten Sommeranlass in Twann und Umgebung.
Wein, Informative Begehungen und Gesang sowie natürlich kulinarische Überraschungen sind die Schwerpunkte.
Beginn um 14-14.30 Uhr beim Pfropfhüsli - Apéro
Infoparcour von 15-16.30 Uhr in Wingreis
Konzert in der Kirche Twann von 17 bis 18 Uhr
Apéro in den Kellern der Dorfgasse von 18 bis 19 Uhr
Surprise Dinner im Hotel Bären von 19 bis 22 Uhr
Bei jedem Wetter und einfachen Spaziergängen können jüngere und ältere Stockbesitzer mitmachen. Auch Familie, Freunde und Bekannte können mit angemeldet werden.
Kosten pro Person Fr. 90.- (exkl. Getränke beim Dinner.
Anmeldungen mit Formular per Fax oder Post sofort - spätestens bis 20. Juli. Sie erhalten dann einen EZ und anschliessend Coupons und letzte Infos.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen!
28.7.07 - Urs Feitknecht, Präsident
Voranzeigen
Der Sommeranlass der Chaîne findet am Samstag,
18. August 07 statt - Einladung folgt mit REBLINGE Ende Juni.
Das Stockschneiden findet ab nächstem Jahr am 3. Samstag im März statt - also am Samstag, 15. März 08.
Damit erfüllen wir einen vielseitigen Wunsch unserer Stockbesitzer.
5.6.07 - Urs Feitknecht, Präsident
Einheimische werden neue Pächterinnen
der Vinothek Viniterra Bielersee
Der Betrieb der offiziellen Vinothek der Weinbauregion Bielersee in Twann wird am 1. September 2007 nahtlos von Jean-Pierre Müller und Eliane Maier zu den beiden Twannerinnen Priska Scholer und Bettina Popp übergehen. Aus zahlreichen Bewerbungen aus nah und fern fiel die Wahl der Betriebskommission und des Vorstandes der Chaîne Viniterra auf das bestens qualifizierte einheimische Duo.
Der Erfolg der im Oktober 05 eröffneten Vinothek Viniterra Bielersee im neu von der Chaîne Viniterra restaurierten Pfropfhüsli basiert auf dem Betriebskonzept des Vorstandes und dem Engagement von Eliane Maier. Die drei Standbeine, der Treffpunkt für Einheimische und Auswärtige, die Vinothek für Weinliebhaber und das Carnotzet für sympathische Anlässe ergänzen sich bestens. Die über 60 Winzerbetriebe mit rund 300 Weinen stellen denn auch eine repräsentative und umfassende Präsenz der Weinbauregion Bielersee, von Vingelz über Erlach bis Ins, dar.
Die neuen Pächterinnen, mit umfassenden Erfahrungen in Gastgewerbe und Administration sowie im Umgang mit Bielerseewein und Treberwurst, haben klare Vorstellungen betreffend Angebot und Auftreten in der Vinothek. Innerhalb der vom Verein Chaîne Viniterra definierten Bandbreite des Vinothek-Konzepts wollen sie Bewährtes übernehmen und mit Neuem er-gänzen. Die minimalen Öffnungszeiten und das Angebot sollen erweitert werden. Als Byschoss GmbH betreiben sie ab 1. September die Vinothek auf eigene Rechnung. Der Einkauf der Weine und Spirituosen erfolgt weiterhin über die Winzer, welche mit einem Casier vertreten sind. Für Produits du terroir sowie Catering wird mit lokalen und regionalen Produzenten und Partnern zusammen gearbeitet.
Die Vinothek Viniterra Bielersee wird im Sinne der Zielsetzung also weiterhin eine ideale, neutrale Anlaufstelle für die Weinbauregion sein.
22.5.07 - Urs Feitknecht, Präsident
Chaîne Viniterra sucht PächterIn für die Vinothek
Unsere Vinothek Viniterra Bielersee in Twann erfreut sich grosser Beliebtheit. Das Sortiment umfasst rund 300 Weine von über 60 Winzerbetrieben der Weinbauregion Bielersee. Die 3 Standbeine Treffpunkt für einheimische und auswärtige Gäste, Weinverkauf sowie Carnotzet für öffentliche und private Veranstaltungen sind gleichermassen erfolgreich.
Auf 1. September 07 suchen wir eine/n Pächter/in.
Sind Sie kontaktfreudig und haben Basiskenntnisse im Weinbereich? Haben Sie Beziehungen zum Gastgewerbe und zum Bielersee? Können Sie sich neben Deutsch auch in Französisch und ein wenig in Englisch verständigen?
Möchten Sie als Repräsentantin der Bielersee Weinbauregion die Gäste vom Bielersee Wein begeistern?
Suchen Sie eine interessante ca. 50%-Betätigung mit Entwicklungspotenzial?
Machen Sie Ihr Weinhobby zur Berufung!
Wir freuen uns auf Ihre schriftliche Bewerbung mit Foto.
Chaîne Viniterra Bielersee
Haus des Bielersee Weines
Moos 3, 2513 Twann
2.4.07 - Urs Feitknecht, Präsident
Chaîne Viniterra an der BEA 2007
Das diesjährige "Gastland" an der BEA ist das 3-Seen-Land.
Dabei spielt natürlich der Weinbau vom Bielersee, am Neuenburgersee und am Murtensee eine wichtige Rolle.
Da die Infostelle/Rebgesellschaft Bielersee traditionell bereits im Grünen Zentrum vertreten ist, hat sich die Chaîne Viniterra zur Aufgabe gemacht, die Weinbauregion Bielersee in der vorgesehenen Weinstrasse vor dem Restaurant und der Eventbühne darzustellen. Dass dabei Bielersee Wein degustiert, ausgeschenkt und an den VIP-Empfängen gereicht wird, ist klar. Zusätzlich soll es auch Original-Treberwurst geben, die Vinothek Viniterra wird vorgestellt und natürlich können auch Rebstöcke erworben werden.
Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Freunde mitbringen und uns einen Besuch abstatten - vom 27. April bis 6. Mai an der BEA in Bern.
14.3.07 - Urs Feitknecht
Superstimmung beim Stockschneiden 2007
Rund 450 Stockbesitzerinnen und Stockbesitzer haben am Samstag bei schönem Wetter unter Anleitung ihres Winzerpaten den eigenen Stock liebevoll und kunstgerecht geschnitten. Natürlich stürzten sich die Medienvertreter beonders auf denjenigen Rebstock, der mit Samuel Schmid angeschrieben ist und der auch dieses Jahr von ihm persönlich geschnitten wurde. Im Saal des Haus des Bielersee Weines haben je 120 Personen den beiden Informationen über die Chaîne Viniterra und die aktuelle Rebgüterzusammenlegung teilgenommen und haben die Gesangsdarbietungen des Choeure le Madrigal le Landeron genossen. Der exklusive Winzerimbiss des Teams aus dem Twanner Bauernweiler Gaicht hat gemundet. Die Weine aller 26 Winzerpaten konnten entlang der gesperrten Strasse an deren Barriques degustiert werden. Natürlich wurde die Vinothek Viniterra besichtigt und im Carnotzet wurden zahlreiche neue Bekanntschaften begossen. Schliesslich wurde der ereignisreiche Tag in den diversen Kellern der Winzerbetriebe beendet.
Ich danke allen Beteiligten herzlich, die zum guten Gelingen des Grossanlasses beigetragen haben.
19.2.2007 - Urs Feitknecht
Einladung zum Sommerloch im Winter
Der Event für die StockbesitzerInnen der Chaîne ist ein Treffpunkt im Winnter, von dem man schon im Sommer träumt...
...am 17. Februar ab 10.30 Uhr und bis 14.30 Uhr werden unter der Obhut der Winzerpaten die Stöcke geschnitten. Um 11 Uhr und um 13 Uhr finden im Saal auch Infos zur Chaîne und zur Rebgüterzusammenlegung statt, umrahmt von Darbietungen des Chores MADRIGAL. Gemeinsam ist von 12 bis 13 Uhr Winzerimbiss-Zeit. Anschliessend wird in die Keller der Winzerpaten disloziert. Anmeldeschluss mittels Coupon im soeben erhaltenen REBLINGE ist der 6. Februar...Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
1.2.2007 - Urs Feitknecht
Erfolgreicher neuer Winzerpate
Wir gratulieren unserem neuen Winzerpaten Beat Burkhardt zu seinem grossen Erfolg an der diesjährigen Prämiierung am
Concours National des Vins Suisse. Der Ligerzer Jungwinzer ist in Lausanne auf dem Siegerpodest gestanden. Seine Cuvée Schafis ist der zweitbeste Schweizer Chasselas. Burkhardts Weine erhielten gleich zwei Gold- und eine Silbermedaille. Und auch sonst konnten sich die Bielerseewinzer beim Wettbewerb mit weiteren neun Silbermedaillen gut in Szene setzen.
8.11.06 - Urs Feitknecht, Präsident
Traurige Nachricht
Leider müssen wir Sie vom Hinschied unseres Winzerpaten der Reihe 19, Jürg Teutsch, in Kenntnis setzen. Er ist viel zu früh, nach kurzer, unbesiegbarer Krankheit von uns gegangen.
Die Abdankung findet statt am Freitag, 20. Oktober um 14.15 Uhr in der Kirche Ligerz.
Wir sprechen der Familie Teutsch unser herzlichstes Beileid aus.
Unserem lieben Jürg werden wir stets in Ehren und Dankbarkeit gedenken.
17.10.06 - Urs Feitknecht, Präsident
Stockschneiden und Einweihung
Liebe Stockbesitzer, Gönner und offizielle Gäste
Wir freuen uns, dass Ihnen unsere schlichte Einweihungsfeier am Samstag gefallen hat. Just zum offiziellen Akt hat Petrus die Schleusen geschlossen. Nach der Eröffnung durch das einheimische Duo Fürchterlich, haben die Redner (deren Ansprachen Sie nachfolgend nachlesen können) sich wohlwollend und zum Projekt Pfropfhüsli geäussert und der Vinothek Viniterra eine erfolgreiche Zukunft gewünscht. Der traditionelle Winzerimbiss, diesmal von den Frauen des Bauernweilers Gaicht ob Twann zubereitet, konnte auf der ganzen Länge der gesperrten alten Landstrasse eingenommen werden und dazu die Weine der 19 Winzerpaten an deren Barriques genossen werden. Nach der Stärkung, und vielen interessanten Gesprächen unter Gleichgesinnten, begab man sich in die Chaîne-Rebe, wo jeder Sockbesitzer unter Anleitung seines Winzerpaten seinen persönlichen Stock schneiden konnte. Dabei fing es wieder an zu regnen, was die Arbeit beschleunigte. Anschliessend wurde der ereignisreiche Tag in den Kellern der Winzerpaten nach Lust und Laune beendet.
Im Namen des Vorstandes danke ich allen Anwesenden, allen an der organisation Beteiligten und allen Referenten ganz herzlich für Ihr Engagement für unsere gute Sache.
Nun ist unser gemeinsames Werk Pfropfhüsli also eingeweiht und kann seinen Dienst als Vinothek Viniterra Bielersee an der Weinbauregion offiziell weiterführen.
Hier die Ansprachen zur Einweihung am 18. Februar 2006:
Urs Feitknecht
Präsident Chaîne Viniterra Bielersee
Sehr geehrter Herr Regierungspräsident,
Verehrte Gönner und geladene Gäste,
Liebe Mitglieder der Chaîne VINITERRA Bielersee
Ich darf Sie herzlich willkommen heissen zur offiziellen Einweihung des Baudenkmals Pfrophüsli, heute Vinothek Viniterra Bielersee, und Sie, liebe Stockbesitzer, zum traditionellen Stockschneiden im Rebberg unserer Chaîne.
Unsere heutige Veranstaltung wurde eröffnet vom einheimischen Duo Fürchterlich. Herzlichen Dank.
Aus einem vor 100 Jahren als Zweckbau errichteten, und vorübergehend zur Ruine verkommenen Gebäude, ist ein Bijou entstanden, das uns alle mit Stolz und Freude erfüllt.
Mit der Idee waren wir zwar schon lange schwanger. Doch das, wozu wir vor genau einem Jahr an dieser Stelle zum Spatenstich schritten, nämlich das Pfropfhüsli, ist in exakt 9 Monaten zu neuem Leben erwacht. Im Schosse der Chaîne Viniterra hat die reizvolle Weinbauregion Bielersee in Form der Vinothek Viniterra hoffnungsvollen, lange erwarteten Zuwachs erhalten. Es ist mir eine besondere Freude, dass wir mit Ihnen - quasi den Eltern, Geburtshelfern und Paten -den heutigen Freudentag gemeinsam begehen dürfen.
An der Familienplanung in der Viniterra-Nacht vor 6 Jahren, waren wir eine Kleinfamilie, jedoch voller Tatendrang und stets das Ziel vor Augen. Der Gründung der Chaîne Viniterra-Familie war ein ungeahnter Erfolg beschieden. Sie, die heute schon über 600 symbolischen Stockbesitzer, haben die Basis für diesen Erfolg gelegt. Mit Ihrer Unterstützung im Rücken, konnten die kantonale Denkmalpflege, Behörden und Ämter, aber auch zahlreiche Institutionen, Firmen und Privatpersonen für unser Kind, das Pfropfhüsli, begeistert werden.
Anfänglich grosse Hürden wurden kleiner, Bittgänge wurden mehrheitlich erhört und alle, die Hand anlegten, haben dies mit einem Engagement getan, das uns beflügelte, den Marathon durchzustehen und den Wettlauf mit der Zeit zu gewinnen.
Das Ziel, das Pfropfhüsli zu retten, zu erhalten, zu restaurieren und einem der Weinbauregion und der Öffentlichkeit dienenden Zweck zu zuführen, ist erreicht. Die Vinothek ist bereits zum speziellen Treffpunkt unterschiedlichster Besucher und Weinliebhaber geworden. Das Carnotzet - auch Chaîne-Stübli genannt – ist zum Geheimtip als beliebter Ort für spezielle Feierlichkeiten avanciert.
So stehen wir also heute vor unserem gemeinsam vollendeten Werk - und ich habe Gelegenheit zu danken.
Danken möchte ich den Behörden und den Nachbarn, die uns vor Einsprachen verschonten.
Danken möchte ich allen Gönnern, die uns finanziell grosszügig, und ideell wirkungsvoll unterstützt haben – Sie alle werden auf der Gönnertafel in der Vinothek gewürdigt.
Danken möchte ich der grossen Familie der Stockbesitzer, die mit ihrem Beitritt zur Chaîne – auf eigene Initiative oder als von Freunden und Bekannten Beschenkte – unser Projekt begleiten. Sie alle sind auf der Tafel im Carnotzet verewigt.
Danken möchte ich natürlich der Rebgesellschaft Bielersee, die uns mit dem Baurecht entgegen gekommen ist.
Und ein herzliches Dankeschön geht an meine Kollegen des Vorstandes sowie den Winzerpaten der Chaîne Viniterra.
Unsere Vinothek Viniterra dient auch als wichtiger, integrierter Bestandteil der reizvollen Touristikregion Bielersee. Dies wird Ihnen nun von kompetenter Seite bestätigt. Ich freue mich, das Wort unserem Stockbesitzer Samuel Kocher, Direktor von Tourismus Biel-Seeland, zu übergeben.
Ohne Schutz und Pflege wären wir in der Schweiz um einige Denkmäler aus vergangenen Zeiten ärmer. Für Verdienste um den Erhalt von Baudenkmälern ist die kantonale Denkmalpflege zuständig. Auch für das Pfropfhüsli. Deshalb freue ich mich, nun dem obersten Denkmalpfleger aus Bern, Dr. Jürg Schweizer, das Wort zu überlassen.
Eine Restauration stellt hohe Ansprüche an die Bauherrschaft und natürlich an den Architekten. Wir hatten das Glück, in Elisabeth Aellen, einer ehemaligen Twannerin, eine in Sachen Restaurierung erfahrene Architektin zur Hand zu haben. Sie hat unser Projekt von Beginn an begleitet und viel Positives eingebracht. Während der Bauzeit fand sie auf der Baustelle ein zweites Zuhause. Die regionalen Handwerker, welche sich enorm engagiert haben, hatte sie jederzeit sicher im Griff. Ihnen allen ist es zu verdanken, dass der ambiziöse Zeitplan von Ende Februar bis Mitte Oktober eingehalten werden konnte. Was liegt also näher, als dass die Architektin noch einige Details zum Bauprojekt erläutern würde? Ich gebe gerne Elisabeth Aellen das Wort.
Wie es der Zufall so will – unser Stockbesitzer und Regierungsrat Mario Annoni ist zur Zeit der Regierungspräsident des Kanton Bern. Seit Anfang an dabei und als Stiftungsratspräsident des Rebbaumuseums Hof in Ligerz und des Rebhauses in Wingreis ist er eng mit der Weinbauregion verbunden. Und neuerdings ist er als Präsident der Stiftung Pro Helvetia unser höchster Kulturchef der Schweiz. Deshalb ist es mir eine besondere Ehre, nun das Wort für die heutige offizielle Einweihung an Regierungspräsident Annoni zu übergeben.
Ich danke allen unseren Referenten ganz herzlich für die wohltuenden Worte zur Eröffnung unseres Pfropfhüsli alias Vinothek Viniterra. Ich darf Sie nun einladen zu unserem, beim jährlichen Stockschneiden, bereits traditionellen Winzerimbiss.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Appetit und viele interessante Bekanntschaften und Gespräche. Unser Duo Fürchterlich wird Sie weiter unterhalten.
Ein Prosit auf unser Pfropfhüsli.
Meine Damen und Herren, geschätzte Gönner, Behörden und Gäste.
Ich darf nun den offiziellen Tel unserer heutigen Einweihungsfeier abschliessen. Es war uns eine Ehre und Freude, Sie unter uns gehabt zu haben. Wir möchten ihnen nochmals ganz herzlich danken für die grosszügige Unterstützung, die Sie unserem Projekt haben zukommen lassen. Selbstverständlich freuen wir uns, wenn Sie noch eine Weile bei uns bleiben. Auf Wiedersehen bei anderer Gelegenheit in der Weinbauregion Bielersee und in unserer Vinothek.
Für Sie, liebe Stockbesitzer, beginnt nun die Arbeit. Nach den ausgiebigen Festivitäten und dem Winzerimbiss sind Sie nun gebeten, in die Hände zu spucken und in der Rebe, in Ihrer Reihe Ihren Stock eigenhändig zu schneiden. Ganz speziell begrüsse ich die neuen Stockbesitzer, welche zum ersten Mal unter uns weilen.Ihre Winzerpaten werden Sie theoretisch auf den neusten Stand bringen und Ihnen beim Schneiden Ihres Stockes behilflich sein.
Liebe Stockbesitzer
Ich hoffe gerne, dass sie mit Spass und Geschick Ihren Stock geschnitten haben und wünsche diesen gutes Gedeihen. Mit Ihrem Beitreten zur Chaîne Viniterra Bielersee nehmen Sie aktiv am Geschehen in der Weinbauregion Bielersee teil und unterstützen die Idee, gemeinsam Projekte wie das Pfropfhüsli zu verwirklichen.
Sie haben der Chaîne Viniterra Bielersee zu einem einzigartigen Erfolg verholfen: nach knapp 6 Jahren seit der Gründung in der Viniterra-Nacht sind 600 Personen beigetreten und haben unterdessen zahlreiche Freundschaften geschlossen: mit der reizvollen Gegend, mit ihrer Kultur, aber auch mit den Winzerpaten und natürlich mit den anderen Stockbesitzern. Wir sind stolz, Sie als weltoffene Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport unter uns zu haben. Zur offiziellen Vinothek Viniterra der Weinbauregion Bielersee haben Sie alle einen Teil beigetragen – darauf dürfen Sie stolz sein. Dafür steht Ihnen unser Carnotzt – das Chaîne-Stübli – für Ihre gemütlichen familiären Feiern wie Geburtstage in exklusivem Rahmen zur Verfügung. Reservationen nimmt die Betreiberin, Frau Eliane Maier, gerne entgegen.
Auch in Ihrem Namen möchte ich heute noch unseren 600sten Stockbesitzer unter uns willkommen heissen – die Familie Yvonne und James Turnbull in Sydney. Sie haben den Stock von unseren treuen Mitgliedern Sylvia und Hans Stähli zur Geburt ihres 2. Kindes geschenkt erhalten. Ich werde nach der Rückkehr den stolzen Grosseltern ein kleines Geschenk überreichen.
Nun geht unser heutiger Anlass langsam aber sicher dem offiziellen Ende zu. Wir hoffen, dass Sie sich hier bei uns und unter den Chaîne-Freunden wohl gefühlt, und sich gut unterhalten haben. Für uns vom Vorstand und für die Winzer-Paten waren Sie überaus liebenswürdige und interessierte Gäste.
Sie werden nun – wie mit Ihrem Paten besprochen – Ihre Flasche Chaîne-Wein in Empfang nehmen und anschliessend individuell in die Keller Ihrer Paten dislozieren und den Tag nach eignen Wünschen weiter geniessen und früher oder später beenden.
Ganz herzlichen Dank – liebe Freunde - für Ihr Interesse und die aktive Teilnahme am heutigen Tag. Auf Wiedersehen - spätestens in einem Jahr – und ein Prosit auf die Chaîne Viniterra Bielersee!
Samuel Kocher
Direktor Tourismus Biel Seeland
Liebe Gäste
Menschen gönnen sich gerne einen guten Tropfen Wein und Menschen reisen gerne!
Das ist wohl der Grund, weshalb mich Urs Feitknecht gebeten hat, einige Gedanken zur heutigen Eröffnung des „Pfropfhüsli“, resp. der Vinothek Twann zu formulieren.
Beides – einen guten Wein kosten und das Reisen – besitzt zweifellos eine jahrhundertealte Tradition. Währenddem das „Reisen“ in Urzeiten, zum Beispiel auf Völkerwanderungen, wohl in den seltensten Fällen ein wirkliches Vergnügen darstellte, darf angenommen werden, dass ein gutes Glas Wein den Menschen immer Genuss und Entspannung bedeutete.
Nun, nach Völkerwanderungen mit oft kriegerischen Hintergründen wurde auch das Reisen im 17. und 18. Jahrhundert zu einer etwas vergnüglicheren Angelegenheit. Zu Händlern und Künstlern, die zu dieser Zeit unterwegs waren, gesellten sich auch gut situierte Herrschaften, die zum reinen Vergnügen unterwegs waren. Ganz sicher aber kamen in dieser Zeit mehr Leute zu einem Gläschen Wein als zu einer komfortablen Reise.
Heute, im Zeitalter des Massentourismus, haben sich die Gewichte etwas verschoben. Währenddem viele Konsumenten beim Buchen der Ferien nur noch auf kurzfristige „Lastminute- Schnäppchen“ aus sind, kann sich ein Weinfreund und –Kenner unmöglich von solchen Zufälligkeiten leiten lassen.
Am Nordufer des Bielersees – einem vergleichsweise kleinen Weinbaugebiet – kultivieren rund 90 Weinbauerfamilien ihre Produkte. Erledigen bei Schneefall und heftiger Bise die notwendigen Winterarbeiten in den Rebhängen, um im Frühling und Sommer die Reben zu hegen und zu pflegen, so dass sie im Herbst eine möglichst perfekte Traube abwerfen. Daraus wird dann der Bielerseewein gemacht und es ist immer beeindruckend, wie die einzelnen Familien versuchen, ihrem Produkt einen unverwechselbaren Charakter zu verleihen.
Und nun stehen sie also hier, die Produkte des Bielersee-Nordufers. Bereit, „versucht“ und „verglichen“ zu werden. Die wohlbekannten klassischen Weine vom Bielersee, die viele Freunde in der ganzen Schweiz und dem Ausland gewonnen haben. Aber auch die etwas neueren Spezialitäten, produziert von jungen, innovativen Weinbauern. Auch sie werden dereinst ebenso zu klassischen Produkten werden, welche den guten Ruf der Bielersee-Weine begründen.
Die Weinbauern am Bielersee waren seinerzeit treibende Kraft bei der Förderung des Tourismus in unserer Region. Sie haben früh festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Empfangen und Bewirten von Gästen und dem Absatz eigener Produkte gibt. Und ich hoffe natürlich sehr, dass weiterhin möglichst viele Besucher in den vielen Weinkellern einkehren und direkte Kontakte zu Weinbauernfamilien entstehen und bestehen bleiben.
Nichtsdestotrotz ist mit der Umgestaltung des „Pfropfhüsli“ in die erste Vinothek am Bielersee ein weiterer Meilenstein zur Schaffung von Gästekontakten unternommen worden. Das Bielersee-Nordufer dokumentiert seinen Willen, weiterhin Gäste aus aller Welt zu empfangen, sie zu beherbergen und sie auch von den einzigartigen Produkten aus unserer Region zu überzeugen.
Die Vinothek Twann ist ein touristisches Produkt, das Tourismus Biel Seeland mit Ueberzeugung anbietet und verkauft. Die ersten Resultate sind sehr vielversprechend. Ich gratuliere den Verantwortlichen für das hier geschaffene Juwel und danke für die immer sehr gute Zusammenarbeit. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg und jederzeit einen guten Tropfen im Glas.
Dr. Jürg Schweizer
Denkmalpfleger Kanton Bern
Meine Damen und Herren,
Baudenkmäler, so sagt seit 2001 das Gesetz, sind Objekte von kulturellem, historischem oder ästhetischem Wert. Baudenkmäler müssen also nicht einfach schön sein, ebenso wichtig ist ihre historische Bedeutung. Diese ist beim Pfropfhaus offensichtlich: als einziges greifbares und augenfälliges Objekt erinnert es an den erfolgreichen Kampf der Winzer gegen die Reblaus, die dem Rebbau am Bielersee sonst den Garaus gemacht hätte: das Nordufer ohne Reben? Kein Twanner, kein Schafiser? – undenkbar. Hier im Pfropfhaus wurden die resistenten Reben gezüchtet, die das Weiterleben des Rebbaus ermöglichten. Der Einsatz zu Gunsten des kleinen Gebäudes hat sich schon nur wegen dieser eminenten historischen Bedeutung aufgedrängt.
Als die Rebgesellschaft 1906 den Bau beschloss, beauftragte sie nicht irgendwer mit der Projektierung, sondern das damals renommierte Bieler Architekturbüro von Römer und Fehlbaum. Dieses stellte nicht irgendeinen Schuppen hin, sondern war sich der Bedeutung der speziellen Aufgabe bewusst. Die wichtige Funktion sollte auch in der würdevollen Architektur ausgedrückt werden: entworfen wurde ein Hochparterrebau, immer schon ein Kennzeichen für gehobene Ansprüche, den man mit seiner Breitseite an die damalige Hauptstrasse stellte. Kennzeichen des Baus und weiteres Würdezeichen ist das Walmdach mit den beiden Dachspitzen, die wie ein architektonisches Ausrufezeichen sagen: hier ist etwas Besonderes. Zu den auszeichnenden Eigenheiten gehören auch die regelmässige Fassadengliederung mit Lisenen und die Stichbogenfenster. Das Pfropfhaus ist nicht nur historisch von Bedeutung, sondern ein schmuckes, würdevolles Bauwerklein.
Baumeister Franz Hirt von Tüscherz hatte es von Mitte Dezember 1906, also vor hundert Jahren, bis 31. März 1907 um Fr. 4'500.- zu errichten - Konventionalstrafe von Fr. 50.- pro Tag Verspätung. Es wurde rechtzeitig fertig und war solid gebaut, sonst hätte es die jahrzehntelange Unterhaltspause nicht überlebt.
Bei allem Respekt für die Leistung im Frühjahr 1907: in Punkto Farben hatten Baumeister und Bauherrn keine glückliche Hand. Gebrochenes Weiss für den Putz ist zwar in Ordnung, grau-beige Dachuntersicht in Verbindung mit braun-gelben Läden weniger, wir bemusterten diese erste Farbgebung, sie war schrecklich. Wir wählten daher die erste Renovationsfassung, wohl von etwa 1925: ockerfarbener Putz, blau-graue Sockel, Untersicht und Läden, insgesamt eine Farbgebung, die viel freundlicher und viel frischer ist. Im freundlichen gemeinsamen Gespräch mit Bauherrschaft und Architekt konnte dem Pfropfhaus so eine Ausstrahlung mit den Farben gegeben werden, die der dritten gesetzlichen Eigenheit der Baudenkmäler entspricht, der Ästhetik.
Denkmalpflege ist zuerst Nutzung: alle Anstrengungen der Denkmalpflege zur Erhaltung wären umsonst gewesen, wäre diese gute und passende Nutzung nicht gefunden worden. Allen Beteiligten ist dafür zu danken und dem Pfropfhaus eine erfolgreiche Zukunft zu wünschen.
Elisabeth Aellen
Architektin, Nidau
Liebeserklärung an ein schützenswertes Baudenkmal.
Was es ist.
Es ist Unsinn, sagt die Vernunft
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Es ist Unglück, sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz, sagt die Angst
Es ist aussichtslos, sagt die Einsicht
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Es ist lächerlich, sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig, sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich, sagt die Erfahrung
Es ist was es ist, sagt die Liebe
Werte Gäste, liebe Stockbesitzerinnen und Stockbesitzer
An den letzten fünf Anlässen haben wir Ihnen Papier, Pläne, Folien präsentiert. Vor ihnen das restaurierte Pfropfhaus, hinter uns eine lange Planungszeit. Sechs Jahre hat der Chaine-Vorstand kleinere und grössere Steine aus dem Weg geräumt. Bis wir am 21. Februar 05 zukunftsgerichtet Steine – genau gesagt im Untergeschoss Bruchsteine lose auf der Erde stehend, und im Obergeschoss Backsteine etwas verrissen mit Durchsicht fast auf den See, wieder ineinander verfugten.
Ein herzlichstes Dankeschön dem Vorstand der Chaine Viniterra mit Andreas Fiechter, Hermann Klötzli, Stephan Martin, Heinz Teutsch, Peter Jaberg, Fred Perrinjaquet, der Betreiberin Eliane Maier; und natürlich Urs Feitknecht an der Spitze - wäre er nicht gewesen, würden wir hier nicht stehen.
Der Optimismus hat uns trotz - oder vielleicht wegen - den kritischen Stimmen, nie verlassen. Was ist da noch zu erhalten, Schandfleck, Steinhaufen, damit wirst du sicher nicht weltberühmt, eine Beleidigung für das Pfropfhaus:
Es ist doch lächerlich sagt der Stolz.
Und immer wieder erinnerte ich mich an Erich Frieds Gedicht. Nun es war wohl eine Liebeserklärung an ein hundertjähriges Bauwerk.
Nebst den Nutzungen und den Baubelangen hat uns natürlich die Geldmittelbeschaffung beschäftigt. Waren wir bei den Absagen enttäuscht,
und sagte uns die Einsicht, es ist aussichtslos:
so freuten wir uns umso mehr um die Zusagen.
Wir bedanken uns bei allen Geldgeberinnen und Geldgebern, die das Projekt unterstützt haben:
Dem Lotteriefonds unter dem Titel Denkmalpflege, der Pro Patria, Zürich, der Ernst Göhner-Stiftung, Zug, der Franz-Lehmann-Stiftung, Nidau, dem Berner Heimatschutz, der Interessengemeinschaft Bielersee, dem Verein Bielerseeschutz, der Nidauer Amtsanzeigergenossenschaft, der Jubiläumsstiftung der Schweizerischen Mobiliar, Bern.
Den Rebbaugemeinden Biel-Vingelz, Tüscherz-Alfermee, Twann, Ligerz und Ins.
Den Einzelpersonen Alexa und Walter Feitknecht, Neuenstadt, Hans Köppel, Berg, Monika Guggisberg, Nidau.
Den Firmen Andres Druck, Biel, Bayer Schweiz AG, Zollikofen, Raiffeisenbank Bielersee, Ipsach, Ziegelei Rapperswil, Hanspeter Schmid, Twann, A. Hirt Bau AG, Tüscherz, Merazzi AG, Twann und Biel, Carlo Bertolla, Lengnau.
Der Bernischen Stiftung für Agrarkredite für den Überbrückungskredit.
Und natürlich allen Stockbesitzerinnen und Stockbesitzern.
Vom 21. Februar bis am 20.10.05 haben wir also gebaut, gefroren, geschwitzt und diskutiert.
Es ist unmöglich sagt die Erfahrung, es ist was es ist.
Vielleicht weil es so ein kleines Haus ist, weil es so schief dasteht, weil die Bausubstanz nicht gerade die Beste gewesen ist, weil es auf jeden Zentimeter angekommen ist, weil wir sparen mussten, weil so viele Pfropfen zu lösen waren, haben wir eine einzigartige Stimmung, einen einzigartigen Einsatz mit allen - vor allem regionalen - Handwerkern erlebt. Sie waren bereit auch unkonventionelle Lösungen zu realisieren, mit der Vorsicht nicht leichtsinnig zu werden.
Ihnen danke ich hier ganz speziell für die tolle Zusammenarbeit und das grosse Engagement:
Malerei Merazzi, Twann, A Hirt Bau, Tüscherz, Ziegelei Rapperswil, Dachdecker Carlo Bertolla, Lengnau. Elektro Engel Twann, Sanitätinstallateur Hans Gfeller. Ligerz, Zimmermann und Schreiner Alain Clénin, Ligerz, Walter Grimm, Lüscherz, Rudolf Schwab, Ins, Brodbeck Bodenbeläge, Biel, Roland Wenger, Küchentehnik, Steffisburg, Rolf Schlachter, ichttechnik, Worb und Marcel Meier, Beschriftungen, Brügg.
Mein Dank gilt auch meinem Vorredner Dr. Jürg Schweizer, er hat beratend mit uns dieses schützenswerte Gebäude restauriert. Wir haben erhalten, was Sinn gemacht hat, so z.B. Wände, Dachkonstruktion, Dachspitzen, Fensterläden, Rücksteller, Rechen. Haben Farbfassungen, Fenster, Ziegel neu definiert, materialisiert und haben versucht die heutigen Ansprüche in die hundertjährige Substanz massvoll zu integrieren.
Dazu gehören natürlich Kanalisation, Wasser, Strom, Telefon, Sicker- und Pumpschacht, Abwasser- und Wärmeluftpumpe, Isolation, Bodenheizung. All das was nicht mehr sichtbar ist. Sichtbar bleibt die letzte Schicht, der angestrichene Verputz, Bodenbelag, die Inneneinrichtung, alles auf Mass produziert.
Eine aufwändige, aufregend schöne Baustelle ging am 21.10.2005 zu ende. Vorbei die Angst, die Unmöglichkeit, geblieben ist der Stolz, mit ihm, mit und Dank Ihnen - können wir heute das restaurierte Pfropfhaus mit der Vinothek Viniterra offiziell eröffnen. Wenn Erich Fried dem Unglück die Berechnung nachsagt, so wird unsere Berechnung stimmen, die beiden hundert jährigen Dachspitzen werden das Pfropfhaus auch die kommenden 100 Jahre glücklichst schützen....
Hat mir ab und zu die Einsicht gesagt, es ist aussichtslos, die Vernunft es ist Unsinn, die Erfahrung es ist unmöglich, so muss mich tatsächlich etwas anderes getrieben haben.
Es ist was es ist.
Mario Annoni
Regierungspräsident, Erziehungsdirektor des Kanton Bern
Liebe Kettenglieder der Chaîne Viniterra,
Sehr geehrter Herr Präsident,
Meine Damen und Herren
C’est avec plaisir que je vous apporte le salut du gouvernement. C’est pour moi un moment de grande fierté de pouvoir m’exprimer à l’occasion de cette inauguration.
Premièrement, comme directeur de la culture de ce canton et responsable politique du Denkmalpflege, je savoure des moments comme celui-ci où, tous réunis, nous exprimons notre satisfaction d’avoir sauvé un monument historique et encore mieux de lui avoir donné une nouvelle vie, une nouvelle affectation pour la promotion de la région et de son noble produit le vin.
Deuxièmement, comme ressortissant des lieux, je constate que jour après jour, nous améliorons notre image et avançons dans la promotion de cette région. Certes, nous avons encore beaucoup à faire et des défis importants nous attendent, dans la mise en valeur de la fondation de Wingreis par exemple. Mais grâce aux initiatives de personnes engagées comme celles de la chaîne Viniterra, grâce à l’action compétente de personnes comme Urs Feitknecht, pas à pas le lac de Bienne et son vin intéressent de plus en plus de monde.
Et cela vaut la peine ! Car non seulement cette région, sa population, son lac, ses vignes sont magnifiques, mais encore elle possède un patrimoine et une histoire passionnants. Une partie de la mémoire de cette région est dans ce bâtiment que nous inaugurons aujourd’hui. Cela vaut la peine de s’y arrêter un moment.
Das Vordringen der Reblaus aus Frankreich im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts hat den Rebbau in der Westschweiz in eine existenzbedrohende Krise gestürtzt. Der Vormarsch der Reblaus veranlasste den Regierungsrat, 1899 die Stelle eines Reblauskommissärs zu schaffen. Erster „Oberluuser“, wie er im Volksmund hiess, wurde Fritz Cosandier von Schafis. 1907 folgte das Kantonale Reblausgesetz, an das sich freilich die Reblaus nicht halten wollte.
Im Kampf gegen den Schädling konnte die Schweiz und der Kanton Bern von französischen Vorarbeiten profitieren: einzige erfolgreiche Möglichkeit war, auf resistente amerikanische Wildreben unsere Edelreben aufzupfropfen und damit den ganzen Rebbestand zu ersetzen, wofür das schöne Fremdwort „Rekonstitution“ Einzug hielt.
In verschiedenen Versuchen ab 1902 liess die Rebgesellschaft Bielersee mit staatlicher Unterstützung im Jahre 1907 dieses Pfropfhäuschen bauen. Wie nicht immer und überall wurde hier um 1900 im Rebbau der Grundsatz befolgt „gouverner c’est prévoir“: die Reblaus wütete zwar ab 1880 im Waadtland und im Neuenburgischen, trat aber am Bielersee erst 1913 auf. Man war also mit dem Pfropfhaus gerüstet, als sie eintraf.
Im Hochparterre des Pfropfhauses hatten Schulknaben die „amerikanischen“ Unterlagen, genannt „Siische“ („sujets“) auf 30 cm zurechtzuschneiden und Edelreiser einheimischer Reben auf ein Auge zu verkürzen. Diese Triebe hiessen „Greiff“ („greffons“).
Diese beiden Teile führten die „Zweier“ mit geschicktem Schnitt zusammen – bis zu 3’000 pro Tag und bis zu 300'000 pro Jahr. Diese Pfröpflinge wurden dann im Untergeschoss des Pfropfhauses in Sägemehlkisten bei Wärme und Nässe innert 14 Tagen zum Treiben gebracht: von dieser Pfropfschule ging es dann zur angrenzenden Pflanzschule, wo die Setzlinge während eines Jahres gehegt und gepflegt wurden, bis sie Rebberg-tauglich waren.
Sie begreifen jetzt auch besonders gut, wieso der Erziehungsdirektor heute zu Ihnen spricht: Wir können in der Pfropferei ab 1907 einen äusserst erfolgreichen Schulversuch sehen, der durchwegs geniessbare Resultate gebracht hat.
Es gibt aber noch einen zweiten Grund, warum ich hier spreche: Fast gleichzeitig wie das Pfropfhaus entstand 1902 in der Erziehungsdirektion das Gesetz über die Erhaltung der Kunstaltertümer - auch das eine schweizerische Pionierleistung -, das erst 2001 durch das Denkmalpflegegesetz abgelöst wurde. Der Gedanke der Rettung des baulichen Erbes geht parallel mit dem Gedanken der Rettung des Rebbaus.
Es ist dieser Gedanke, der auch das Pfropfhaus rettete. 1934 wurde die Pfropferei ins neue Rebhaus transferiert und das Pfropfhaus diente seither als Lager. Mehrfach drohte ihm der Abbruch, so letztmals 1994, als die der Erziehungsdirektion unterstellte Denkmalpflege und der Heimatschutz als Anwälte des Kleinbaus mit seiner wichtigen Geschichte auftreten mussten. Das Pfropfhaus wurde vor dem Abbruch zu Gunsten eines Parkplatzes gerettet.
Das dies gelungen ist und der hübsche Pavillon eine neue sinnverwandte und sinnstiftende Funktion erhalten hat, ist in erster Linie den Leitenden der Chaîne Viniterra, aber auch einem kräftigen Einsatz von Lotteriemitteln unter dem Titel Denkmalpflege zu verdanken.
Ich bin sicher, dass alle Skeptiker, die den alten Bau als Schandfleck betrachteten, heute ins Lob einstimmen: Der Weg eines alten Baus vom Schandfleck zum Bijou ist oft lang und mühsam, aber er lohnt sich. Mit dem neuen Pfropfhaus ist auf den stolzen Bielerseewein ein neues Edelreis aufgezweit worden, das der Promotion der regionalen Produkte, der Bekanntmachung, der Liebe zum Bielersee-Wein und damit zu unserer Bielersee-Gegend dient.
Möge dieses Reis kräftig treiben und Früchte tragen.
Hiermit erkläre ich das restaurierte Baudenkmal Pfrophüsli - alias Vinothek Viniterra Bielersee - offiziell als eröffnet!
19. Februar 2006 - Urs Feitknecht
Stockschneiden und Einweihung
Liebe Stockbesitzer
Ein gemeinsamer grosser Tag naht.
Unser Pfropfhüsli wird morgen Samstag, 18. Februar 06 anlässlich des Stockschneidens offiziell eingeweiht. Dazu haben Sie kürzlich die Einladung in Form unserer Reblinge erhalten.
Eine grosse Anzahl der nun bereits 600 Stockbesitzer sowie der geladenen Gönner und Behörden haben sich angemeldet - über 500 Personen.
Ab 10.15 ist Aperotime und Besichtigung
Um 11.15 geht der offizielle Akt mit Referenten wie Regierungspräsident Mario Annoni, Tourismusdirektor Samuel Kocher, Denkmalpfleger Dr. Jürg Schweizer und Architektin Elisabeth Aellen über die Bühne.
Um 12.15 wird der übliche Winzerimbiss genossen.
Um 13.15 beginnt das traditionelle Stockschneiden.
Ab 14.45 wird dann in die Lokalitäten der Winzerpaten disloziert.
Nun hoffen wir nur noch auf den Wettergott!
Ich freue mich auf ein Wiedersehen und grüsse freundlich
Urs Feitknecht, Präsident Chaîne Viniterra
Zum Jahreswechsel
Ein ereignisreiches Jahr mit der gelungenen Restauration des Pfrophüsli geht zuende.
Ein hoffentlich glückliches neues Jahr mit dem Grossereignis Einweihung und Stockschneiden wird bald beginnen.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen am 18. Februar 2006!
Mit den besten Wünschen für die kommenden Feiertage
grüsst Sie
Urs Feitknecht
Präsident Chaîne Viniterra Bielersee
22.12.05
Das Pfropfhüsli hat seine Bewährungsprobe an der Trüelete bestanden
Während der Trüelete haben zahlreiche Stockbesitzer, die Bevölkerung und viele Gäste aus nah und fern unser fertig gestelltes Werk besucht und besichtigt.
Die Resonanz war überwältigend - die Komplimente vielfältig und positiv.
Unser Pfropfhüsli ist erhalten und strahlt in neuem Glanz. Die Vinothek der Weinbauregion Bielerseee ist für den Probebetrieb eröffnet. Das Carnotzet steht Ihnen für Ihre privaten Feiern zur Verfügung. Die jahrelangen Bemühungen um Bewilligungen, finanzielle Mittel und Zustimmung zum Projekt haben sich gelohnt.
Mit berechtigtem Stolz stellen wir nun unser gemeinsames Werk der Öffentlichkeit zur Verfügung.
Wir danken allen, die uns bisher tatkräftig unterstützt haben und es weiter tun werden.
Am Samstag, 29. Oktober veranstalten wir einen Tag der offenen Tür für die Bevölkerung - mit einem Ballon Chasselas für 2 Franken.
Die offizielle Eiweihungsfeier mit den Stockbesitzern, allen Gönnern und den offiziellen Gästen wird am Stockschneiden, Samstag 18. Februar 1006 stattfinden.
Freundliche Grüsse
Urs Feitknecht, Präsident
24.10.05
Eröffnungsaktivitäten rund um unser Pfropfhüsli
Liebe Stockbesitzer der Chaîne Viniterra
Wir sind im Endspurt - unser altehrwürdiges Pfropfhüsli
wandelt sich in eine Vorzeige-Vinothek.
Auch Euer Chaîne-Carnotzet wird ein Bijou.
Sie erhalten in diesen Tagen Post von uns.
An der Trüelete vom Freitag 21.10. abends bis am Sonntag 23.10. 2005 ist die Vinothek erstmals geöffnet.
Das Chaîne-Carnotzet kann ab 1. November für Privatanlässe reserviert werden.
Am Samstag 29. Oktober machen wir für die Bevölkerung der Winzergemeinden einen Tag der offenen Tür.
Wir würden uns freuen, Sie bei obigen Gelegenheiten im neu erwachten Pfrophüsli - jetzt Vinothek Viniterra Bielersee - begrüssen zu dürfen.
Bitte reservieren Sie sich das Datum des Stockschneidens mit offizieller Einweihung: Samstag 18. Februar 2006.
Freundliche Grüsse
Urs Feitknchet, Präsident
5.10.2005
Europäischer Tag des Denkmals -
unser Pfropfhüsli ist dabei
Im Rahmen des obigen Themas ist im Seeland auch das Baudenkmal Pfropfhüsli als besuchenswürdiges Objekt aufgelistet.
Gerne zeigen wir interessierten Gästen den Stand der Restauration und Rennovation - Samstag 10. und Sonntag 11. September von 11-17 Uhr.
Natürlich bei einem Glas Bielersee Wein.
Aufrichte-Feier Pfropfhüsli vom 11.7.05
Grussworte an die am Umbau Beteiligten
Was Sie alle oft erleben, nämlich eine Aufrichte, ist für uns etwas nicht Alltägliches. Deshalb sind wir einerseits leicht nervös, aber andererseits auch erleichtert.
Nervös, weil wir nicht wissen, ob unser Pfrophüsli die heutige Belastungsprobe bestehen wird und ob Sie alle mit uns zufrieden sein werden.
Erleichtert deshalb, weil
eine lange Phase der Konzepte und der Überzeugungsarbeit,
eine schwierige Phase der Projekte und Geldbeschaffung,
eine heikle Phase der Arbeitsvergebung
und nicht zuletzt eine Bauphase mit vielen Ungewissheiten
nun fast zu Ende ist.
Wir alle hier Anwesende haben hart gearbeitet, um dieses für die Weinbauregion denkmal-würdige Pfropfhüsli zu retten, zu erhalten, zu restaurieren, umzubauen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Wir haben den Verein Chaîne Viniterra gegründet und das Pfropfhüsli im Baurecht übernommen. Die heute 548 Stockbesitzer haben die Basis gelegt, damit wir das Projekt starten konnten. Gemeinden, Institutionen und Privatpersonen haben uns ihre Beiträge zugesagt. Und ein Darlehen des Amt für Landwirtschaft hat uns erlaubt, vor einigen Monaten die Arbeiten zu vergeben und mit dem Umbau zu starten.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass aus jedem Weinbaudorf mindestens einen Handwerksbetrieb zum Zuge kommt.
Dies ist uns dank Ihnen, liebe Unternehmer, gelungen.
Und, was mich besonders freut: wir haben die richtigen Betriebe ausgewählt. Denn die Architektin – sie hat ihr ganzes Herzblut hinein gesteckt - und die Baukommission sind sehr zufrieden mit Ihrem Einsatz und Ihrer professionellen Arbeit an unserem Objekt.
Sie haben Ihr Wissen eingebracht und haben die Termine eingehalten:
Der Ingenieur
Das Bauunternehmen
Der Sanitärinstallateur und Spengler
Der Elektriker
Der Maler und Gipser
Der Zimmermann und Schreiner
Der Dachdecker
Der Ziegellieferant
Der Heizungsbauer
Der Abdichtungsspezialist
Der Fensterfabrikant
Der Beleuchtungsplaner
Und auch der Denkmalpfleger wird seine helle Freude an uns haben.
Ganz speziell möchte ich jedoch unsere Architektin erwähnen.
Sie ist so etwas wie das Mädchen für alles – bei der Geldbeschaffung, bei der Planung, bei der Realisierung – sie ist uns eine grosse Stütze und hat Euch alle bestens im Griff.
Und nun stehen wir also hier im neuen Pfropfhüsli, das bald eine Vinothek sein wird und feiern zusammen die Aufrichte.
Diese stellt für alle einen wichtigen Zwischenhalt dar – eine Pause zum feiern und geniessen.
Doch, damit die Vinothek Viniterra an der Trüelete, am 21. Oktober dieses Jahres eröffnet werden kann, gibt es noch viel zu tun. Wir zählen auf Sie alle, dass der Terminplan weiter hin so reibungslos eingehalten werden kann.
Wir laden Sie nun ein, auf unser gemeinsames Werk anzustossen. Einheimische Fische stellen sich – nicht ganz freiwillig – für ein ungezwungenes Essen zur Verfügung.
Herzlichen Dank für Ihr Erscheinen - und nun wünsche ich Ihnen en Guete…
Urs Feitknecht, Präsident
11.7.05
Restaurierung und Rennovation des Pfropfhüsli
Liebe Stockbesitzer
Unser Pfrophüsli ist eingerüstet und die Bauinformationstafel steht. Die Arbeiten der regionalen Handwerker unter der Leitung der Architektin Elisabeth Aellen und unter Begleitung des Denkmalpflegers Dr. Jürg Schweizer gehen laut Plan voran.
Im März wurden alle Leitungen verlegt und das Fundament aussenrum verstärkt. Im März wurde das Fundament innen verstärkt und das Sichtmauerwerk freigelegt und instand gestellt. Der Zwischenboden wurde entfernt und wird bald für die zukünftige Belastbarkeit neu eingezogen. Zur Zeit wird der Verputz aussen erneuert und das Dach abgedeckt. Dann ist der Zimmermann im Haus.
Schauen Sie doch mal vorbei...
Freundliche Grüsse
Urs Feitknecht, Präsident
25. Mai 2005
Stockschneiden und Spatenstich
mit zahlreichen Novitäten
Zum lersten Mal erlebten die Mitglieder der Chaîne Viniterra Bielersee ihr Stockschneiden in einer Winterlandschaft, bei Schneetreiben und Kälte.
Stockbesitzer Samuel Schmid, Bundespräsident und Stockbesitzerin Barbara Egger-Jenzer, Regierungspräsidentin des Kanton Bern gaben uns die Ehre mit ihrer Anwesenheit.
Mit dem symbolischen Akt des Spatenstichs durch Pfarrer Ulrich Knellwolf begann die Restaurierung des 99-jährigen Pfropfhüsli.
Kaum waren die umfassenden Vorbereitungen beendet, trafen schon die erstgen der 360 angemeldeten Gäste ein. Neben dem traditionellen Bielerseewein-Apéro war besonders der heisse Tee ein begehrter Artikel.
Die eine Hälfte der Teilnehmer begann mit dem Schneiden ihrer persönlichen Stöcke unter Obhut der Winzerpaten im frisch verschneiten Rebberg. Die andere Hälfte vernahm im Saal des Haus des Bielersee Weines letzte Neuigkeiten zur Chaîne und zum Projekt Pfrophüsli und lauschte gespannt den Reminiszenzen aus vergangnen Jahren hier am See. Diese kamen aus berufenem Munde des "alten Landvogts" des Schloss Nidau, welcher die Lacher auf seiner Seite hatte.
Nach dem verdienten gemeinsamen Winzerimbiss fand dann der lang ersehnte Spatenstich statt. Zu diesem Anlass liessen die Architektin Elisabeth Aellen und die designierte Betreiberin der zukünftigen Vinothek, Eliane Maier das Pfropfhüli nochmals in einem besonderen Glanz erleuchten.
Der Präsident liess die wichtigsten Schritte auf dem holperigen, aber interessanten und erfolgreichen Weg bis heute Revue passieren:
Vor bald 5 Jahren wurde mit den gemeinsamen Aktivitäten für die Erhaltung des Baudenkmals Pfropfhüsli begonnen.
Was vor 99 Jahren unsere Vorfahren mit vereinten Kräften gebaut haben, um die Rebberge am Bielersee vor der Reblaus zu retten -
das retten wir, die wir hier versammelt sind, für die Gegenwart und für die Zukunft unserer intakten Weinbauregion.
Am Anfang war die Idee und dann das Konzept der Kommission zur Rettung des Pfropfhüsli im Schosse der RGB.
Als Katalisator wirkte das Lichtspektakel VINITERRA unseres Mitgliedes Ueli Studer, der zusammen mit Ulrich Knellwolf auch den Namen kreierte.
Offizieller Start war die Gründung der Chaîne VINITERRA auf dem Schiff in der Vinitarra-Nacht 2000.
Die Basis bildete der Baurechtsvertrag der Chaîne mit der Rebgesellschaft und dem Besitzerwechsel für 50 Jahre.
Intensiv war die Erarbeitung des Restaurierungs- und Umbauprojekts der Chaîne mit der Architektin E. Aellen.
Aufatmen liess uns der lange verzögerte Erhalt der Baubewilligung der Gemeinde Twann und des Statthalters – erfreulich war jedoch, dass keine Einsprachen eingiengen
Hartnäckigkeit und Geduld erforderte schliesslich die Finanzierung mit Einbezug zahlreicher Institutionen wie Lotteriefonds, Pro Patria, Göhner-Stiftung, Franz-Lehmann-Stiftung, Verein Bielerseeschutz, Interessengemeinschaft Bielersee, Berner Heimatschutz, Amtsanzeigergenossenschaft Nidau, Arbeitsgruppe Expo, sowie zahlreicher Firmen und Einzelpersonen. Die Liste wird in einem Behälter in der Grundmauer des Pfropfhüsli eingebaut.
Was lange währt wird endlich gut. In einem Jahr, also beim seinem 100. Geburtstag, wird unser Pfropfhüsli in neuem Glanz erstrahlen.
In seiner Grussadresse erwähnte der Präsident der Rebgesellschaft, Martin Hubacher, auch eine alte Dame, die trotz Abwesenheit für den Bau des Pfrophüsli verantwortlich war und ohne die auch der heutige Tag nicht stattfinden würde.
Den eigentlichen symbolischen Spatenstich führte der Taufpate der Chaîne, Pfarrer und Schriftsteller Dr. Ulrich Knellwolf auf seine besondere Art und Weise durch. Dafür erhielt er einen verdienten, lang anhaltenden Applaus.
Gebührend umrahmt wurde der Festakt mit passenden Liedern des Pfärig Chörli.
Grusswort von Martin Hubacher, Präsident Rebgesellschaft Bielersee
Als Präsident der Rebgesellschaft Bielersee, aber auch als Winzer der Region freut es mich sehr, Sie begrüssen zu dürfen. Meine wichtigste Aufgabe heute ist es, Dank auszusprechen. Zuallererst Urs Feitknecht, der vorhin gerade zu Ihnen gesprochen hat. Er ist ein toller Präsident der Chaîne Viniterra. Er ist die treibende Kraft hinter ihren Aktivitäten. Und er ist ein grosser Liebhaber und Förderer unserer Weinkultur. Ihm und seinem Team ein ganz grosses Merci!
Dann dankt die Rebgesellschaft allen, die bei der Chaîne Viniterra mitmachen, also Ihnen. Der Umstand, dass jeder einzelne Stock da draussen derart rasch einen Eigentümer oder eine Eigentümerin gefunden hat, aber auch die Tatsache, dass sich für die Finanzierung der Renovation des Pfropfhauses im Handumdrehen weitere Geldbeutel öffneten, zeigt, dass inzwischen doch einige an unsere Region und an unsere Weine glauben. Das freut uns natürlich riesig. Die Rebgesellschaft Bielersee dankt Ihnen allen – ob Privatperson, Vertreter eines Unternehmens oder Institution – wir danken Ihnen für Ihr Engagement und Ihr Vertrauen. Wir, die hier Wein machen, tun alles, damit das so bleibt.
Dann danke ich noch jemand anderem. – Und zwar einer Dame. – Sie ist eine femme fatale, könnte man sagen, und ich muss zugeben, dass es mir recht ist, dass sie heute abwesend ist. Und doch: ihr haben wir den heutigen Tag zu verdanken. Ich weiss, jetzt werden sie dann gleich sagen, jetzt spinnt er, der Hubacher. Aber ich sags trotzdem. Ich danke Frau Phylloxera Vastatrix. Ich danke – der Reblaus.
Natürlich denkt man beim Stichwort «Reblaus» in erster Linie daran, dass sie uns beziehungsweise unseren Ur- und Ururgrosseltern beinahe die Existenzgrundlage zerstört hat. Dass sie hier und in ganz Europa zigtausenden von Rebstöcken den Garaus gemacht hat. Dass sie Not und Elend verbreitet hat. Dass sie Tränen, Wut und Ohnmacht hinterlassen hat.
Aber diese Femme fatale hat eben noch etwas ganz anderes bewirkt. Und ich meine damit jetzt nicht die Tatsache, dass wir heute unter einem Dach vereint sind, welches ihr seine Existenz «verdankt». Ich meine etwas anderes: Was haben unsere Urgrosseltern gemacht um den ungebetenen Gast wieder los zu werden? – Sie alle wissen es, und es ist hier, in diesem Raum passiert: Man hat europäische Reben auf amerikanische Unterlagen gepfropft. So wurden unsere Reben resistent und Madame Phyloxera erlebte die strengste die Diät ihres Lebens.
Man ist dieser verherenden Kraft mit einer biologischen Antwort begegnet. Man hat sich besonnen auf etwas ganz Bodenständig-Einfaches. Auf etwas Althergebrachtes: Pfropfen, veredeln. Seit Generationen betrieben. Bekannt. Aber gleichzeitig zwang uns Madame Phyloxera zu einem radikalen Schritt: Die Rebbauern mussten etwas Fremdes akzeptieren: amerikanische Reben. Neu. – Unbekannt. – Ein Wagnis.
Und genau das scheint mir die Lehre zu sein, die wir aus dem Reblaus-Desaster ziehen können. Dass wir das Neue wagen müssen ohne das Alte zu vergessen, dass wir innovativ sein können ohne die Tradition zu verachten, dass wir uns mit High-Tech-Kellern ausrüsten können und trotzdem auf dem Boden bleiben müssen. Nämlich auf dem Boden, auf dem unsere Reben wachsen, der Boden, der uns ernährt, der Boden des Weins: Vini terra.
Die Rebgesellschaft Bielersee ist stolz darauf, dass unsere Region bald einen Ort hat, in dem wir in naher Zukunft das gesamte Spektrum unserer Produkte zeigen können. Immer noch wissen viele nicht um die Vielfalt, welche die Bielerseewinzer zu bieten haben. Sind sich nicht bewusst, mit welchem Qualitätsbewusstsein hier gearbeitet wird. Das wird sich nun nach und nach ändern.
Ich freue mich sehr, dass ich mit Ihnen auf die Vinothek und die Menschen anstossen darf, dies möglich machen. Und ein kleines bisschen auch auf die Femme fatale...
Symbolischer Spatenstich von Pfarrer und Schriftsteller Dr. Ulrich Knellwolf
Die Laus, die Laus!
So klagte es jahrein und -aus
in jedem Twanner Winzerhaus.
Kaum ging der Winzer aus dem Haus,
fand er statt Trauben nichts als Laus.
Es war ein Graus.
Man wusste gar nicht mehr wo aus.
Derweilen trieb’s die freche Laus
in Saus und Braus.
Sie macht die Rebenblatter kraus,
saugt Stöcken alle Säfte aus.
Noch ärger als die ärgste Maus.
Das halten wir nicht länger aus!
So riefen da die Twanner aus.
Wir machen dieser Rebenlaus
jetzt den Garaus.
Sie bauten also dieses Haus
und legten darin Pfröpfling aus
Amerika, woher die Laus
gekommen war, zum Treiben aus.
Und rüsteten gegen die Laus
all ihre Reben damit aus.
Und über kurzem ging der Schmaus-
erin die Lust am Rebenfressen aus.
Seither bezeugt uns hier dies Haus
den Sieg im Kampf gegen die Laus
und ruft: ”He, treibt die Rebenlaus
doch auch aus Kopf und Herzen aus!
Sonst seht ihr mir bigoscht so aus
als hocke euch die Laus im Flaus
und sauge euch die Hoffnung aus
und lösche euch die Lichter aus.
Drum hebt den Kopf,
reisst euch am Zopf
Tut einen Lupf,
oder braucht ihr einen Pfropf"?
Diese Häuschen also, Pfropfhüsli von Namen,
das uns mit gutem Mut bedient,
es verdient
wahrhaftig einen goldnen Rahmen.
Nach getaner Arbeit und genossener Unterhaltung ging der allseits gelungene Tag bei Speis und Trank in den Kellern der 19 Winzerpaten - für die einen früher, für die anderen später - zu Ende.
Ich möchte allen Teilnehmern und den Akteuren des Tages, aber auch den Helfern im Hintergrund herzlich danken.
Urs Feitknecht, Präsident Chaîne Viniterra
21. Februar 2005
Stockschneiden und Spatenstich
vom kommenden Samstag 19. Februar
mit Rekordteilnehmerzahl
Liebe Stockbesitzer
herzlichen Dank für Ihre termingerechte und 350-fache Anmeldung!
Wir freuen uns auf Sie sind daran, die letzten Vorbereitungen zu treffen, damit Sie einen unvergesslichen Anlass erleben werden.
Das Wetterglück wird uns traditionell sicher wieder hold gestimmt sein - bitte jedenfalls warme Kleider und Schuhe mitnehmen.
Bitte reisen Sie wenn möglich mit der SBB an - die Parkplaltzzahl beim Hotel Bären und auf den öffentlichen Plätzen westlch Bahnhof und westlich Hotel Fontana, wo Sie eingewiesen werden, ist bekanntlich beschränkt.
Gerne empfangen wir Sie beim Eintreffen vor dem Zelt, wo Sie Ihre Stockreihenliste mit Tagesprogramm erhalten und dann zum Welcom--Apero geleitet werden...
Also auf bald - herzlich Ihr
Urs Feitknecht, Präsident Chaîne Viniterra
15. Februar 2005
Liebe Stockbesitzer der Chaîne Viniterra Bielersee
Sie haben kürzlich mit Reblinge Ihre persönliche Einladung zum Stockschneiden erhalten:
Neues aus der Rebenregion am malerischen Bielersee
Hiermit spriessen der Lebensfreude regelmässig frische Triebe.
Einladung zum goldenen Schnitt
Dass, wenn das neue Weinjahr ein goldenes werden
soll, bereits der Anfang von entscheidender Bedeutung
ist, dies ist mittlerweile auch für den ständig grösser
werdenden Kreis der Hobbywinzerinnen und -winzer
kein Geheimnis mehr. Und so wollen es sich denn auch
jährlich immer mehr Mitglieder der CHAÎNE nicht
nehmen lassen, dem eigenen Rebstock persönlich den
ersten Schnitt zu verpassen. Natürlich unter kundiger
Anleitung ihres Winzerpaten.
Traditionsgemäss findet dieses Ereignis jeweils
am dritten Samstag im Februar statt. Dieses Jahr also
am Samstag, den 19. Februar. Natürlich hat für den
professionellen Weinbauer das Rebjahr an diesem Tag
längst begonnen. Er hat die Pflanzen mehrmals schon
besucht, da und dort bereits Hand angelegt. Ja, genau
genommen hat das „Zwiegespräch“ mit seinen Reben
seit dem „Leset“ gar nie aufgehört.
Vielleicht erging es Ihnen ähnlich und Sie haben seit
dem letzten Herbst manchen guten Kontakt gepflegt
mit der Region, den Reben, dem Wein, den Menschen
hier. Oder Sie nutzen die verbleibenden Tage bis zum
19. Februar noch für einen winterlichen Spaziergang
durch die Rebhänge.
Also bitte nicht verpassen: Der goldene Schnitt… Dies
bringt uns auf die Architektur...
Einladung zum goldenen Schritt
Das traditionelle Stockschneiden erhält im Jahr 2005
gleich doppelte Bedeutung. Von jener für den Wein
an sich war auf der Titelseite schon die Rede. Heuer
kommt ein ganz besonders wichtiges Ereignis für die
CHAÎNE VINITERRA (sowie für alle, die unsere
Region und die Weine vom Bielersee zu schätzen
wissen) hinzu: Nämlich der erste konkrete Schritt zur
Renovation des „Propfhüsli“, jenem Gebäude aus
alter Zeit, das bald in neuem Glanz von unserer
Verbindung zeugen wird.
Ein solch bedeutungsvolles Ereignis will natürlich
entsprechend festlich begangen werden. Wir machen
es aus diesem Grunde zum goldenen. Persönlichkeiten
wie beispielsweise Alt-Landvogt Werner Hofer und
der Auftritt des „Pfärig Chörli“ verleihen dem Event
ein geziemend feierliches Gepräge.
Im Mittelpunkt steht der symbolische Akt des ersten
Schritts zur Renovation. Dass dieser goldene Schritt
ein goldener Schnitt sein wird, liegt an der Sache und
am besonderen Tag. Pfarrer und Krimi-Autor Ulrich
Knellwolf wird ihn ausführen – mit der Säge an einer
vergoldeten Holzleiste. Dass der Theologe und
Schriftsteller in seiner bekannt doppelbödigen Art
dem Akt ganz besondere Bedeutung beimessen wird,
liegt auf der Hand.
Entscheidendes draussen vor dem „Propfhüsli“ und
Entscheidendes drinnen: Doppelte Gründe also, um
am 19. Februar unbedingt dabei zu sein.
Melden Sie sich also bitte umgehend an mit dem Ihrer persönlichen Einladung beiliegendem Talon
oder per E-Mail.
Goldene Laune auf Schnitt und Schritt
Hier trifft sich, wer den Wein vom Bielersee und die
Malerische Region zu schätzen weiss, zum festlichen
Start in ein neues Weinjahr. Und was feierlich beginnt,
das wird ganz bestimmt ein grosser Jahrgang werden.
Datum: Samstag, 19. Februar 2005
Treffpunkt: „Propfhüsli“ vis-à-vis Haus des Bielerseeweines in Twann.
10.30 Uhr: Begrüssung bei Tee und Wein.
11.00 Uhr: Beginn des Stockschneidens
Informationen der CHAÎNE VINITERRA
Reminiszenzen durch Alt-Landvogt Werner Hofer
Darbietungen des „Pfärig Chörli“
12.00 Uhr: Festakt und Winzerimbiss
Begrüssung durch die Präsidenten der CHAÎNE VINITERRA
und der Rebgesellschaft Bielersee
Symbolischer Akt durch Pfarrer und Schriftsteller Ulrich Knellwolf
13.00 Uhr: Fortsetzung des Stockschneidens
Informationen der CHAÎNE VINITERRA
Reminiszenzen durch Alt-Landvogt Werner Hofer
Darbietungen des „Pfärig Chörli“
14.00 Uhr: Verabschiedung und Entgegennahme Ihrer persönlichen
Flasche mit der Etikette der CHAÎNE VINITERRA
Anschliessend gemütliches Beisammensein in den Weinkellern der Winzerpaten.
Weinfroh soll so ein Tag zu Ende gehen. Geben Sie
Ihrem Winzerpaten Gelegenheit, die Fortsetzung des
Ereignisses nach seiner geselligen Art zu gestalten.
Ganz sicher wird auch der neue Wein zugegen sein.
Und Ihr Gaumen wird dabei bestimmt nochmals auf
seine Rechnung kommen. So dass Ihnen am Ende das
Abschiednehmen schwer fallen dürfte. Gut, dass es
nicht „Adieu“, sondern „Auf Wiedersehen“ heissen
wird…
Einladung zum goldenen Hit
Er hat sich bestens eingebürgert, der Sommeranlass
CHAÎNE VINITERRA. Für viele Mitglieder ist er
quasi schon zum Hit der Saison geworden. Und weil
er lediglich alle zwei Jahre stattfindet, wird er umso
sehnlicher erwartet. Heuer ist es glücklicherweise
wieder einmal soweit: Die Biennale der Weinfreude
findet wieder statt.
Sie können sicher sein, dass sich die Organisatoren
wieder etwas ganz Spezielles dafür einfallen liessen.
Grosse Ereignisse wollen zwar im Voraus möglichst
lange gehütet werden – umso freudvoller wird dann
die Überraschung sein. Verraten sei darum vorläufig
erst, dass Sie dabei ein Städtchen am See von einer
ganz besonderen Seite kennen lernen werden, sowohl
kulturell wie kulinarisch.
Noch ein Appetithäppchen gefällig? Dann stellen
Sie sich mal zwei Musiker, fünf SängerInnen und
TänzerInnen vor, dazu die grössten Musical-Hits
von Cats bis Grease, sehr viel Eleganz sowie auch
viel Bein… Doch halt, mehr sagen wir nicht mehr.
Jedenfalls nicht vor Anfang Juni…
Reservieren Sie sich jedoch schon heute das Datum
des goldenen Hits: Samstag, 23. Juli 2005. Und laden
Sie Familienmitglieder, Freunde und Bekannte dazu
ein, Ihnen und all den Liebhabern der Bielerseeweine
und der malerischen Region Gesellschaft zu leisten.
Wir schwelgen schon heute in Vorfreude…
Januar 2005
Liebe Stockbesitzer der Chaìne Viniterra
Unsere Chaîne kann auf ein recht arbeitsreiches aber erfolgreiches Jahr zurückblicken. Erfreulicherweise haben wir kürzlich den 500sten Stock vergeben können. Die Vorbereitungen für die Restaurierung unseres Pfrophüsli`s schreiten gut voran und wir durften weitere namhafte Beiträge verzeichnen.
Deshalb möchten wir Ihnen verraten, dass wir anlässlich unseres gemeinsamen Stockschneidens vom 19. Februar 2005 wahrscheinlich mit einer Überraschung aufwarten können.
Sie werden im Januar unsere Chaîne-Zeitung Reblinge erhalten, wo Sie alle Details erfahren.
Im Namen des Vorstandes danke ich Ihnen allen für die grosse Unterstützung, die Sie der Chaîne entgegen bringen und wünsche Ihnen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr - natürlich mit einem Glas Bielersee-Schaumwein!
Dezember 2004 - Urs Feitknecht, Präsident
Liebe Stockbesitzer der Chaîne Viniterra Bielersee
Schon wieder ist ein ereignisreiches Halbjahr seit unserer letzten grossen Zusammenkunft beim Stockschneiden vergangen. Ihre Rebstöcke gedeihen gut, die Traubenqualität ist ausgezeichnet und der Läset steht unmittelbar vor der Tür. Beim abschliessenden Winzerfest in Twann, der Trüelete am 23./24. Oktober werden wir wiederum mit unserem Chaîne-Stand präsent sein. Wir würden an diesem Anlass gerne mit Ihnen vor dem Pfropfhüsli anstossen und Sie über alle Neuigkeiten informieren.
A propos Pfropfhüsli - auch hier geht es vorwärts. Dank Spenden von rund 100 unserer Mitglieder ist das Finanzierungsdefizit um 7000 Franken kleiner geworden. Ganz herzlichen Dank! Wir hoffen auch auf bevorstehende Entscheide von Pro Patria und andern Institutionen, so auch auf ein zinsloses Darlehen des landwirtschaftlichen Amtes für Strukturförderung.
Leider hat das Bauprojekt für ein unterirdisches Parking der Gemeinde Twann nochmals eine Verzögerung erfahren. Wir sind jedoch Willens - und setzten alles daran - um nächstes Jahr mit der Restaurierung unseres Pfropfhüslis beginnen zu können.
Deshalb möchten wir Sie bitten, das Datum des Stockschneidens vom 19. Februar 2005 in Ihrem Kalender gross zu unterstreichen – lassen Sie sich überraschen!
Der zweijährlich für Sie organisierte beliebte Sommeranlass findet statt am 23. Juli 2005. Für Sie alle, die in der Schweiz Ferien machen, werden wir auch hier wieder einige Überraschung für einen unvergesslichen Tag am Bielersee mit „Wein, Fisch, Kultur und Attraktionen“ - bereit halten. Dieses Mal ohne Beschränkung der Teilnehmerzahl. Sie können also Familie, Freunde und Bekannte mitbringen.
Sie erhalten zu gegebener Zeit unser Informationsblatt Reblinge mit allen Details und der Anmeldekarte.
Schauen Sie auch nach unter Stockschneiden/Events auf unserer Homepage www.chaineviniterra.ch.
Natürlich freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen an einem - oder an allen - der oben angekündigten Anlässe. Seid herzlich willkommen!
Unterdessen verbleiben wir mit den besten Grüssen vom herbstlichen Bielersee
September 2004 - Urs Feitknecht, Präsident
Die Finanzierungsaktivitäten für unser - nun unter Denkmalschutz stehendes - „Pfropfhüsli“ laufen auf Hochtouren
Einerseits hat der Regierungsrat des Kanton Bern einen Beitrag des Lotteriefonds von 100 000 Franken gutgeheissen. Auch die meisten Rebbaugemeinden am See haben Beiträge gesprochen. Dafür sind wir sehr dankbar.
Andererseits ist es ausserordentlich erfreulich, dass sich schon ein recht bedeutender Prozentsatz unserer Stockbesitzer an der am letzten Stockschneiden angeregten Unterstützungsaktion beteiligt haben und willkommene Beiträge überwiesen haben. Dies bestätigt die enge Verbundenheit zur Chaîne Viniterra und motiviert uns, mit voller Kraft weiter zu arbeiten. Herzlichen Dank!
Nun fehlen uns noch rund 100 000 Franken. Doch mit vereinten Kräften werden wir es sicher bald schaffen.
Wenn die Gemeinde Twann im Herbst über ihr Parking-Projekt unter unserer Chaîne-Rebe entschieden haben wird, sollte dem Beginn der Restaurierung des Pfropfhüsli im nächsten Jahr wohl nichts mehr im Wege stehen.
April 2004 - Urs Feitknecht, Präsident
Rückblick auf das Stockschneiden der Mitglieder vom 21. Februar 2004
Nicht nur Bachus - sondern auch der Wettergott - waren den 309 angemeldeten Stockbesitzern gut gesinnt, welche den Anlass traditionell mit dem Welcome-Apéro starteten und ein Wiedersehen feierten mit alten Freunden und Bekannten.
Stockschneiden ist nicht nur Glücksache
Die eine Hälfte der Gäste erhielt draussen eine Repetition im Stockschneiden und begab sich dann in eine der 19 Rebenreihen, wo sie ihren persönlich angeschriebenen Rebstock wieder fanden. Unter der Obhut ihre Winzerpaten und unter strengen Augen der Stocknachbaren wurde der Rebstock fachmännisch geschnitten. Als Belohnung konnte anschliessend die eigne Flasche Chaîne-Wein in Empfang genommen werden.
Roundtable-Gespräch mit Prominenten
Die andere Hälfte der Gäste wurde im Saal des Haus des Bielersee Weines von einheimischen Musikern mit der Seelandmelodie empfangen. Dan erhielten sie in einem Roundtable-Gespräch zum Thema Tradition - Zukunft - Tourismus der Weinbauregion Bielersee viel Wissenswertes auf kurzweilige Art vermittelt. Die Gesprächsleitung hatte Danièle Hubacher - die sympathische Moderatorenstimme vom Radieo drs - inne, welche den Gesprächsteilnehmern ernste und provozierende Fragen stellte. Diese - Traditionswinzer Walter Louis, Schafis, Jungwinzer Lukas Hasler, Twann, Regierungsrat Mario Annoni, Neuenstadt und Samuel Kocher, Direktor Tourismus Biel-Seeland (alles Stockbesitzer) - antworteten entsprechend spontan und prägnant. Staunende Mienen und lachende Gesichter waren das wechselnde Feedback der Zuhöher. Und damit allen klar war, dass die Weinbauregion Bielersee ihren eigenen, erfolgreichen Weg geht, spielte unser Trio zum Schluss passend My Way…
Winzerimbiss in freier Natur
Anschliessend traf man sich zum verdienten, gemeinsamen Winzerimbiss in freier Natur - natürlich begleitet von Weisswein, Rotwein, Traubensaft oder heissem Tee. Unterbrochen wurden die intensiven Gespräche unter Fachleuten nur vereinzelt durch anwesende, interessierte Journalisten. Das Resultat waren informative Berichte im Bieler Tagblatt, im Bund und eine Fotoreportage im Biel-Bienne sowei Beiträge im Radio Canal 3 und im TéléBielingue.
Ausklang in den Kellern der Winzerpaten
Nach der genossenen Stärkung wechselten die Gästegruppen die Seiten, die einen arbeiteten in der Rebe und die andere Hälfte lauschte im Saal. Nach der Verabschiedung durch den Präsidenten der Chaîne Viniterra dislozierte man indivduell in die Keller der Winzerpaten, wo es Typisches zu Essen und zu Trinken gab: zum Beispiel Treberwurst, Fischsuppe usw. – und natürlich Degustationen der neuen Bielersee Weine vom Fass. Die Stimmung war ausgezeichnet und man verabschiedete sich früher oder später mit der klaren Meinungsäusserung: Wir kommen am dritten Samstag im Februar 2005 wieder…
Namens der zufriedenen Gastgeber - Urs Feitknecht.
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